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Bertrand DORNY

(1931-2015)

Unikat
Ohne Titel (Collage) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Ohne Titel

Collage LCD7913

1 800.00€

1
Unikat
Sans titre (Collage) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Sans titre

Collage LCD5812

1 000.00€

3
Unikat
Xylomorphose n°113 (Mischtechnik (Modern)) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Xylomorphose n°113, 1983

Mischtechnik (Modern) LCD5726

1 500.00€

Unikat
Ohne Titel (Öl auf Leinwand (Modern)) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Ohne Titel

Öl auf Leinwand (Modern) LCD4257

1 500.00€

1
Unikat
Sans titre (Collage) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Sans titre, 1988

Collage LCD4194

1 600.00€

Unikat
Sans titre (Collage) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Sans titre, 1989

Collage LCD4193

1 600.00€

Unikat
Sans Titre (Mischtechnik (Modern)) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Sans Titre

Mischtechnik (Modern) LCD4002

500.00€

4
Warangal (Radierung und Aquatinta) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Warangal, 1970

Radierung und Aquatinta LCD5783

850.00€

5
Maine-Alesia (Aquatinta) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Maine-Alesia, 1990

Aquatinta LCD4649

900.00€

Néons II (Aquatinta) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Néons II, 1990

Aquatinta LCD4648

900.00€

1
Eine kurze Reise, weit weg (Aquatinta und Carborundum) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Eine kurze Reise, weit weg, 1981

Aquatinta und Carborundum LCD4567

550.00€

Vorschlag für eine Bewegung der Formen (Bilderbuch) - Bertrand DORNY

DORNY Bertrand

Vorschlag für eine Bewegung der Formen, 1972

Bilderbuch LCD3952

2 500.00€

3
Bertrand DORNY

Biographie

Bertrand Dorny – Biografie, Reliefradierungen, Collagen und Künstlerbücher

Bertrand Dorny (Paris, 1931 – 2015) war ein französischer Maler, Grafiker und Collagekünstler, dessen Werk fast vollständig auf Papier entstand. Er schuf rund 650 Druckplatten, überwiegend farbige Aquatinten mit ausgeprägter Prägung, die das Blatt in ein flaches Papierrelief verwandelt. Nach 1991 widmete er sich der Collage, Reliefs aus Treibholz und dem Künstlerbuch, das er mit Dichtern wie Michel Butor, Bernard Noël, Michel Deguy und Charles Juliet gestaltete. Seine Blätter befinden sich unter anderem im Centre Pompidou in Paris; die Bibliothèque nationale de France widmete ihm 2003 eine Ausstellung.

Die Galerie Le Coin des Arts zeigt derzeit rund ein Dutzend Arbeiten von Dorny, überwiegend Unikate: mehrere Collagen Ohne Titel, darunter Blätter von 1988 und 1989, das Holzrelief Xylomorphose n°113 (1983), ein Ölgemälde auf Leinwand und eine Mischtechnik Ohne Titel. Hinzu kommen zwei Originalgrafiken: Warangal (1970), eine großformatige Farbradierung mit Aquatinta aus dem Verlag L’Œuvre Gravée, und Maine-Alésia (1990), eine Aquatinta aus seinem letzten Jahr als Radierer. Jedes Werk wurde nach Druckqualität bzw. Ausführung, Auflage, Provenienz und Erhaltung ausgewählt.

Ausbildung in Paris: Lhote und das Atelier Friedlaender

Dorny wurde 1931 in Paris geboren und begann als Maler; abstrakte Gemälde aus der Zeit um 1963 tauchen bis heute im Handel auf. Er besuchte das Atelier von André Lhote und anschließend die Radierwerkstatt des aus Schlesien stammenden Johnny Friedlaender. Dort erlernte er den Tiefdruck gemeinsam mit der Künstlerin Anne Walker, seiner späteren Ehefrau, mit der er Jahrzehnte später zahlreiche Bücher realisierte. Die Druckgrafik wurde rasch zu seinem wichtigsten Ausdrucksmittel und zur Grundlage aller späteren Experimente.

Das Papierrelief: Dornys Radierungen der 1960er- und 1970er-Jahre

Statt eine einzige Platte zu ätzen, setzte Dorny ausgeschnittene Metallteile zusammen, jedes mit eigener Farbe und Struktur, und presste sie in unterschiedlicher Tiefe in das angefeuchtete Papier. So entstehen jene Hochprägungen, die seine Blätter unverwechselbar machen. Pariser Verleger nahmen ihn auf: Die Verlagsreihe L’Œuvre Gravée veröffentlichte 1970 Warangal in einer Auflage von 65 Exemplaren, die Buchhandlung La Hune 1972 die Mappe Jeu de construction mit vier Farbradierungen auf Arches-Velin. Von 1975 bis 1979 lehrte Dorny Radierung an der École des Beaux-Arts in Paris, außerdem Zeichnen an der Académie de la Grande Chaumière; er war Mitglied der Société des Peintres-Graveurs Français und der Jeune Gravure Contemporaine.

Ein Schweizer Verleger: Nesto Jacometti und L’Œuvre Gravée

Für die Rezeption im deutschsprachigen Raum ist der Verlag von Nesto Jacometti von besonderem Interesse. Der 1898 in Locarno geborene Tessiner gründete 1955 L’Œuvre Gravée, das er bis 1971 führte; der Verlag brachte 659 Druckgrafiken heraus, unter anderem von Zao Wou-Ki, Johnny Friedlaender und Max Ernst. Ein großer Teil seines Nachlasses ging an die Stadt Locarno; das Museo Casorella widmete seiner Verlagstätigkeit 1994 eine zweibändige Publikation. Aus diesem Nachlass versteigerte das Münchner Auktionshaus Quittenbaum am 30. November 2022 rund 80 Blätter, darunter ein Exemplar von Dornys Warangal mit Nachlassstempel Jacometti. Auch der Wiener Antiquar Inlibris führt Dornys Buchwerke, etwa Charles Juliets Tant de chemins.

Treibholz, Karton, Collage: die Jahre nach 1980

In den 1980er-Jahren wandte sich Dorny armen Materialien zu: Treibholz, Karton, gebrauchtem und ausgesondertem Papier. Seine Holzreliefs, die „Topomorphoses“, zeigte die Galerie Erval in Paris 1985, große Tafeln aus Treibholz die Galerie Gimaray 1987; auch die Xylomorphose n°113 von 1983 gehört zu diesen Unikaten. 1989 inspirierten seine gefalteten Papiercollagen Bernard Noëls Le Roman de papier (Éditions Ubacs, Rennes), und bei Biren erschien Juliets Tant de chemins mit drei Originallithografien in 70 Exemplaren. 1991 gab Dorny das Radieren auf und arbeitete in Collage-Serien wie Vitrines, Le Musée manipulé und Architectures. Er schuf über fünfzig Collage-Bücher, oft in winzigen Auflagen, mit Michel Butor allein mehr als fünfzig Titel zwischen 1992 und 2013, außerdem rund vierzig Bücher mit dem amerikanischen Dichter Ron Padgett.

Ausstellungen und Sammlungen

1995 zeigte die öffentliche Bibliothek des Centre Pompidou die Retrospektive seiner Künstlerbücher Les mots miroités. Vom 3. Juni bis 24. August 2003 folgte in der Bibliothèque nationale de France Bertrand Dorny, l’homme papier. Estampes et livres; die Bibliotheca Wittockiana in Brüssel richtete ihm ebenfalls eine Einzelausstellung aus. 2013 präsentierte die Stadtbibliothek von Angers unter dem Titel Fidélités seine Bücher und die Anne Walkers mit Butor. Dorny starb 2015. Seine Grafiken bewahren das Centre Pompidou (Schenkung Bernard Gheerbrant, 1987), das Museum of Fine Arts in Boston und das Princeton University Art Museum, seine Bücher die Königliche Bibliothek in Den Haag.

Das druckgrafische Werk: Technik, Drucker und Werkverzeichnisse

Dornys Grafik gehört fast vollständig zum Tiefdruck: Radierung und vor allem farbige Aquatinta auf Arches-Velin, geprägt durch die montierten Plattenteile. Einzelne Abzüge druckte Jacqueline de Champvallins, die Radierungen zu Gilles Plazys Autres terres (um 1985) das Atelier Dutrou. Die Lithografie erscheint vor allem in den Büchern. Maßgeblich sind zwei Werkverzeichnisse: das von Bernard Gheerbrant erstellte Verzeichnis der Radierungen (Paris, 1981), das bis 1980 reicht, und L’Œuvre gravé 1962-1991 (Angers, 2002). Eine Angabe wie „Gheerbrant 172“ bezeichnet die Nummer im Band von 1981; so zitiert das Centre Pompidou Jeu de construction IV. Für Blätter aus dem Verlag L’Œuvre Gravée zitiert der Handel zudem ein Verzeichnis von 1994, bei Quittenbaum etwa „Wyder 1994, LNJ 233“ für Warangal.

Worauf beim Kauf eines Werks von Bertrand Dorny zu achten ist

Auflage. Verlegte Blätter sind mit Bleistift nummeriert, meist in Auflagen von 50 bis 65, dazu wenige Künstlerexemplare (E.A.) und Druckfreigaben (B.A.T.).

Signatur. Die Signatur „Dorny“ steht mit Bleistift meist unten rechts, oft mit Titel; ein Trockenstempel des Verlegers erleichtert die Zuordnung.

Papier und Prägung. Das Relief ist Teil des Werks: Es darf nicht durch zu engen Rahmen plattgedrückt sein. Ränder, Lichtschäden und Stockflecken prüfen.

Werkverzeichnis. Für Blätter bis 1980 nach der Gheerbrant-Nummer fragen, für spätere nach dem Verzeichnis von Angers; Maße und Farben vergleichen.

Unikate. Collagen, Reliefs und Collage-Bücher sind Einzelstücke oder Auflagen mit lauter verschiedenen Exemplaren. Haftung der Papiere, Faltungen, Zustand des Holzes und die Plausibilität der Datierung prüfen.

Künstlerbücher. Impressum und Vollständigkeit kontrollieren; aus Büchern gelöste Tafeln sind keine eigenständigen Auflagen.

Provenienz. Eine belegte Herkunft (Verleger, Nachlass Jacometti, Schenkung) ist ein Vorteil. Da Dorny 2015 starb, braucht ein unsigniertes Blatt eine nachvollziehbare Geschichte. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität, Hinweise zur Präsentation von Reliefs unter Rahmen.

Die Galerie wählt Dornys Arbeiten im Umfeld seiner Lehrer und Weggefährten aus: Johnny Friedlaender, André Lhote, Arthur Luiz Piza, René Carcan und Zao Wou-Ki. Entdecken Sie auch unsere Radierungen und Lithografien, unsere illustrierten Bücher und die Bewegung zeitgenössische Kunst.

Quellen und Literatur

Bernard Gheerbrant, Dorny, catalogue raisonné de l’œuvre gravé, Paris, 1981 · L’Œuvre gravé 1962-1991, Angers, 2002 · Marie-Cécile Miessner und Marie-Françoise Quignard, Bertrand Dorny, l’homme papier, BnF, 2003 · Quittenbaum, München – The Jacometti Collection · Quittenbaum – Bertrand Dorny, Warangal, 1970 · Inlibris, Wien – Juliet/Dorny, Tant de chemins · Centre Pompidou – Jeu de construction IV

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