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André LHOTE

(1885-1962)

Portrait d'André Lhote par Edmond Boissonnet - CC BY-SA 3.0

André LHOTE

Biographie

André Lhote – Biografie, Kubismus und Originalgrafik

André Lhote, geboren am 5. Juli 1885 in Bordeaux, gestorben am 24. Januar 1962 in Paris, zählt zu den Malern des sogenannten „Salon-Kubismus“ und war einer der einflussreichsten Kunstpädagogen der Moderne. 1912 stellte er mit der Section d’Or aus, über zwei Jahrzehnte schrieb er als Kritiker für La Nouvelle Revue française, und an seiner Akademie in Montparnasse lernten Hunderte von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt – darunter der in Leipzig geborene Hans Hartung. Neben Gemälden und Gouachen hinterließ Lhote illustrierte Bücher, Lithografien und Radierungen, die Sammlern heute einen Zugang zu seinem Werk eröffnen.

Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk von André Lhote und bietet seine Originaldrucke und illustrierten Bücher an, sobald sich gute Exemplare finden – ausgewählt wie alle unsere Arbeiten nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung. Wer über neue Werke informiert werden möchte, klickt auf dieser Seite einfach auf „Künstler folgen“.

Lehrjahre in Bordeaux: vom Holzbildhauer zum Maler

Lhote stammte aus einfachen Verhältnissen. Mit zwölf Jahren kam er in die Lehre bei einem Möbelhersteller in Bordeaux und lernte das Holzschnitzen; ab 1898 besuchte er die Klasse für dekorative Bildhauerei an der École des Beaux-Arts seiner Heimatstadt. Das Malen brachte er sich selbst bei. Um 1905, mit etwa zwanzig Jahren, verließ er Werkstatt und Elternhaus, um sich ganz der Malerei zu widmen. Vorbilder waren Gauguin und Cézanne. Der Sammler Gabriel Frizeau machte ihn mit dem Schriftsteller Jacques Rivière bekannt, der ihm später den Weg in die literarischen Kreise von Paris ebnete.

Paris und die Section d’Or (1906–1918)

Um 1906 ließ sich Lhote in Paris nieder und beschickte den Salon d’Automne und den Salon des Indépendants. Seine erste Einzelausstellung zeigte 1910 die Galerie Druet. Stilistisch näherte er sich Gleizes, Metzinger und Fernand Léger. Sein Bild Hafen von Bordeaux hing 1911 im Salon d’Automne neben kubistischen Werken; der schwedische Maler Georg Pauli erwarb es und organisierte 1913 eine Einzelausstellung in Stockholm. Im Oktober 1912 nahm Lhote am Salon de la Section d’Or in der Galerie La Boétie teil, der Ausstellung der Puteaux-Gruppe um Jacques Villon und Raymond Duchamp-Villon. 1914 lernte er Jean Cocteau kennen. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er eingezogen wurde, förderte ihn der Kunsthändler Léonce Rosenberg. Aus dieser Zeit stammt das große Gemälde Rugby (1917), das der Künstler 1953 dem französischen Staat schenkte (Centre Pompidou).

Die Akademie in der Rue d’Odessa – eine internationale Schule

Ab 1918 unterrichtete Lhote an der Académie Notre-Dame-des-Champs, danach an seiner eigenen Académie André Lhote in der Rue d’Odessa 18 in Montparnasse. Wie gut diese Schule erforscht ist, zeigt ein Sammelband, der 2020 bei innsbruck university press erschien: André Lhote and His International Students, herausgegeben von Zeynep Kuban und Simone Wille. Demnach lernten in vier Jahrzehnten rund 1.600 Schülerinnen und Schüler bei Lhote – in Paris und in seinen Sommerakademien in Mirmande (ab 1926), Gordes (ab 1938) und La Cadière-d’Azur (ab 1948). Zu ihnen gehörten Tamara de Lempicka, Henri Cartier-Bresson, William Klein, der Argentinier Lino Enea Spilimbergo und Hans Hartung, der im Herbst 1926 nach Paris kam und Lhotes Akademie besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten unter anderen Bertrand Dorny und Claude Garache.

Kritiker und Theoretiker

Von 1919 bis 1941 veröffentlichte Lhote regelmäßig Kunstkritiken in der Nouvelle Revue française. Seine Lehre fasste er in Büchern zusammen: La Peinture, le cœur et l’esprit (1933), Parlons peinture (1936), der Traité du paysage (Floury, 1939) und der Traité de la figure (1950). Auch im französischsprachigen Ausland erschienen seine Schriften: die Écrits sur la peinture 1946 in Brüssel und eine Monografie über Paul Cézanne 1949 im Verlag Jean Marguerat in Lausanne. 1958 vereinte Grasset beide Traktate in einem Band, der bis 1999 immer wieder aufgelegt wurde. 1938 kaufte Lhote ein Haus in Gordes im Vaucluse, dessen terrassenförmige Steinhäuser zu einem wiederkehrenden Motiv wurden. In den frühen 1950er-Jahren hielt er Vorträge in Ägypten, 1952 reiste er durch Brasilien; 1955 erhielt er den Grand Prix National de Peinture.

Sammlungen und Ausstellungen

Werke Lhotes besitzen unter anderem das Centre Pompidou in Paris, die Tate in London (Studie zu „Hommage an Watteau“, 1918) und die Fundación MAPFRE in Madrid; im Museo Reina Sofía ist Le Pot rouge (1917) als Dauerleihgabe der Sammlung Telefónica zu sehen. Die bislang umfassendste Retrospektive, „André Lhote. Les langages de la modernité“, zeigte 2007 mehr als 200 Werke in Madrid (Fundación MAPFRE) und im Musée des Beaux-Arts de Bordeaux.

Das druckgrafische Werk: Bücher, Lithografien, Radierungen

Lhote war in erster Linie Maler, kein Berufsgrafiker; dennoch ist sein gedrucktes Werk vielfältig. Hauptwerk ist das Buch Escales mit Gedichten von Jean Cocteau, 1920 bei den Éditions de la Sirène in einer Auflage von 440 Exemplaren erschienen: Die elf Farbillustrationen wurden im Atelier Marty von Hand im Pochoir-Verfahren (Schablonenkolorierung) koloriert, sodass die Farbflächen von Exemplar zu Exemplar leicht variieren. 1922 entwarf Lhote ein lithografisches Plakat für das Kostümfest „Fête de nuit“ in Montparnasse, gemeinsam mit Iliazd. Hinzu kommen Radierungen und Lithografien kubistischer Stillleben und Landschaften sowie die bei Mourlot gedruckten Lithografien des Bandes Éloge d’André Lhote (Manuel Bruker, 1960).

Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik existiert unseres Wissens nicht. Das Werkverzeichnis der Gemälde bereiten Dominique Bermann Martin und Jean-François Aittouarès vor, die auch Zertifikate für Unikate ausstellen. Ein Blatt wird daher über Titel, Technik, Datum, Herkunftsbuch oder Verleger und Auflage beschrieben – siehe auch: Was ist ein Originaldruck?

Originalgrafik von André Lhote kaufen

Herkunft des Blattes. Viele Drucke Lhotes stammen aus Büchern. Ein unsigniertes, unnummeriertes Buchblatt kann ein Originaldruck sein, wenn es für die Ausgabe geschaffen wurde, ist aber weniger wert als ein signierter, nummerierter Abzug. Buch, Verleger und Jahr sollten bekannt sein.

Signatur. Achten Sie auf eine Bleistiftsignatur und eine Nummerierung. Kein eigenhändig signierter Abzug kann nach Januar 1962 entstanden sein; eine im Druck wiedergegebene Signatur ersetzt keine handschriftliche.

Pochoir. Bei schablonenkolorierten Büchern wie Escales sind leichte Farbverschiebungen normal. Vorsicht dagegen bei Pochoirs nach Gouachen, die als Original-Gouachen angeboten werden.

Erhaltung. Vollständige Ränder, frische Farben, keine Stockflecken oder Lichtränder; Buchblätter können einen originalen Mittelfalz aufweisen, der angegeben werden sollte.

Fallstricke. Ausstellungsplakate, Katalogabbildungen und die Reproduktionen in seinen Traktaten sind keine Originaldrucke. Unsere Garantien erläutert die Seite Authentizität; für die Präsentation bieten wir Rahmungen nach Maß.

Die Galerie wählt Druckgrafik der kubistischen Generation und ihrer Schüler aus: Jacques Villon, Georges Braque, Fernand Léger, Hans Hartung und Claude Garache. Entdecken Sie auch die Bewegung Moderne Kunst, unsere illustrierten Bücher und unsere Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Zeynep Kuban, Simone Wille (Hg.), André Lhote and His International Students, Innsbruck, innsbruck university press, 2020 · André Lhote, Paul Cézanne, Lausanne, Jean Marguerat, 1949 · André Lhote, Traités du paysage et de la figure, Paris, Grasset, 1958 · André Lhote, Ausst.-Kat., Madrid, Fundación MAPFRE, 2007 · OAPEN – André Lhote and His International Students (Open Access) · The Met – Modern Art Index Project: André Lhote · Centre Pompidou – Rugby (1917) · Université Paris 1 – Bibliografie André Lhote

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