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Auguste HERBIN

(1882-1960)

Mittag (Siebdruck) - Auguste HERBIN

HERBIN Auguste

Mittag, 1959

Siebdruck LCD8501

2 000.00€

2
Mitternacht (Siebdruck) - Auguste HERBIN

HERBIN Auguste

Mitternacht, 1959

Siebdruck LCD7714

2 000.00€

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Auguste HERBIN

Biographie

Auguste Herbin – Biografie, „alphabet plastique“ und Original-Siebdrucke

Auguste Herbin (geboren am 29. April 1882 in Quiévy, Nordfrankreich, gestorben am 31. Januar 1960 in Paris) gehört zu den Wegbereitern der geometrischen Abstraktion in Frankreich. Über Fauvismus und Kubismus im Bateau-Lavoir fand er zur reinen Abstraktion, gründete 1931 die Gruppe Abstraction-Création mit und war 1946 Mitbegründer des Salon des Réalités Nouvelles. Mit seinem „alphabet plastique“ (1942) ordnete er jedem Buchstaben eine Farbe, eine Form und einen Klang zu. Seine Kompositionen aus ungebrochenen Farbflächen, Kreisen, Dreiecken und Rechtecken sind heute vor allem in Form von Siebdrucken (Serigrafien) im Handel.

Die Galerie Le Coin des Arts bietet derzeit zwei Siebdrucke von 1959 an: „Minuit“, ein Blatt aus dem Album mit zwölf Serigrafien in einer Auflage von 150 Exemplaren, sowie „Nouveau Midi“. Wie alle unsere Arbeiten wurden sie nach Farbqualität, Nummerierung, Provenienz und Erhaltung ausgewählt; die Beschreibung nennt jeweils genau, was auf dem Blatt steht – bei Herbin ein entscheidender Punkt.

Jugend in Le Cateau, Studium in Lille, Paris ab 1901

Herbin wuchs in Le Cateau-Cambrésis auf, wo er zeichnen lernte, und besuchte anschließend die École des Beaux-Arts in Lille. 1901 ließ er sich in Paris nieder und malte zunächst impressionistisch; einige Bilder verkaufte er über den Händler Clovis Sagot. Eine wichtige Begegnung fand 1904 statt: Der deutsche Kunstkritiker, Sammler und Galerist Wilhelm Uhde wurde zu einem frühen Förderer und machte sein Werk auch einem deutschen Publikum bekannt. 1907 zeigte Herbin farbstarke, dem Fauvismus nahe Bilder im Salon d’Automne.

Bateau-Lavoir, Kubismus und erste Abstraktionen

1909 bezog Herbin ein Atelier im Bateau-Lavoir am Montmartre und lernte dort Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris und den deutschen Bildhauer und Maler Otto Freundlich kennen. 1910 stellte er im Salon des Indépendants kubistische Bilder neben Metzinger, Gleizes und Fernand Léger aus; ein Aufenthalt in Céret 1913 führte zu stark geometrisierten Landschaften. Im Ersten Weltkrieg vom Militärdienst befreit, arbeitete er in einer Flugzeugfabrik bei Paris und entwarf Tarnmuster für Flugzeuge. Um 1917 entstanden seine ersten abstrakten Bilder; der Kunsthändler Léonce Rosenberg stellte ihn 1918 und 1921 in seiner Galerie de l’Effort Moderne aus. Es folgten bemalte Holzreliefs (eines davon im Musée National d’Art Moderne, Paris). Auf Rosenbergs Rat kehrte Herbin von etwa 1922 bis 1926 zur Gegenständlichkeit zurück – eine Phase, von der er sich später distanzierte.

Abstraction-Création und das „alphabet plastique“

Ab 1927 malte Herbin nur noch ungegenständlich. 1931 gründete er mit dem Belgier Georges Vantongerloo in Paris die Vereinigung Abstraction-Création, die nichtfigurative Künstler aus ganz Europa zusammenführte und eine Zeitschrift herausgab, an der er als Herausgeber und Autor mitwirkte. Eine Zeit lang Mitglied der Kommunistischen Partei, wandte er sich später aus Kritik am Stalinismus von ihr ab. 1942 entwickelte er sein „alphabet plastique“: Jedem Buchstaben entsprechen eine Farbe, eine oder mehrere geometrische Grundformen und ein Ton. Ein Wort – „Vie“, „Midi“, „Minuit“, „Vendredi“ – wird so zum Bauplan eines Bildes; der Titel ist der Schlüssel zur Komposition.

Réalités Nouvelles, Galerie Denise René und documenta

1946 gehörte Herbin zu den Gründern des Salon des Réalités Nouvelles, dessen Vizepräsident er bis 1955 war. Seine Galerie war die Galerie Denise René, das Pariser Zentrum der konkreten und kinetischen Kunst, die auch Victor Vasarely vertrat. 1949 erschien seine theoretische Schrift L’Art non figuratif non objectif (Lydia Conti) mit farbigen Serigrafien. Seit 1953 rechtsseitig gelähmt, malte er mit der linken Hand weiter. Er war auf der documenta 1 (1955) und der documenta II (1959) in Kassel vertreten. Seine Großnichte Geneviève Claisse, die er zum Malen ermutigt hatte, setzte die geometrische Abstraktion fort und verfasste später sein Werkverzeichnis.

Herbin in Deutschland und der Schweiz heute

Das Lenbachhaus in München widmete Herbin vom 3. Juni bis 19. Oktober 2025 eine Ausstellung mit rund 50 Werken, kuratiert von Susanne Böller; sie folgte auf die Schau „Auguste Herbin, le maître révélé“ im Musée de Montmartre in Paris (2024). Auch die Grundlagenforschung hat einen Schweizer Bezug: Das maßgebliche Werkverzeichnis der Gemälde von Geneviève Claisse erschien 1993 in Lausanne. Die Genfer Fondation Gandur pour l’Art lieh Gemälde wie Le Tech à Céret (1913) und Bien (1952) für die Retrospektive 2012–2013 im Musée Matisse von Le Cateau-Cambrésis und im Musée d’Art Moderne von Céret. Den größten Bestand besitzt das Musée Matisse in Herbins Heimatstadt Le Cateau; weitere Werke befinden sich im Centre Pompidou, im MoMA und in der Tate.

Das druckgrafische Werk: Siebdrucke, Verleger, Werkverzeichnis

Herbins Druckgrafik ist vor allem durch Siebdrucke bekannt – eine Technik, deren deckende, flächige Farbschichten seiner reinen Farbe ideal entsprechen. Die ersten illustrierten 1949 L’Art non figuratif non objectif. 1959 verlegte die Galerie Denise René ein Album mit zwölf Serigrafien in einer Auflage von 150 Exemplaren: Minuit, Vin, Midi, Été, Nue, Nu, Vitalité, Fin, Destin, Vendredi, Clarté und Herbin, jeweils nach gemalten Kompositionen. Nach 1960 entstanden zahlreiche posthume Siebdrucke nach seinen Gemälden, häufig mit Nachlassstempel und Trockenstempel des Verlegers statt einer Signatur.

Ein maßgebliches Werkverzeichnis der Druckgrafik gibt es unseres Wissens nicht. Referenz ist Geneviève Claisse, Herbin, catalogue raisonné de l’œuvre peint (Lausanne, 1993); ein Siebdruck wird daher mit Titel, Datum, Verleger und Auflage beschrieben, gegebenenfalls ergänzt um die Claisse-Nummer des zugrunde liegenden Gemäldes (etwa „nach Claisse 945“). Mehr dazu auf unserer Seite Druck und Auflage und Was ist ein Originaldruck?

Einen Original-Siebdruck von Auguste Herbin kaufen

Auflage und Nummerierung. Ein Blatt des Albums von 1959 trägt Titel, das Datum 1959 und eine Nummer von 150. Posthume Ausgaben tragen spätere Daten und oft keine Auflagenangabe.

Signatur. Herbin schrieb Titel, Namen und Datum auf seine Leinwände; diese Inschriften können im Druck mitgedruckt sein. Unterscheiden Sie eine eigenhändige Signatur in Tinte oder Bleistift von einer gedruckten Inschrift, einem Nachlassstempel oder einem Trockenstempel. Nach Januar 1960 kann kein Blatt mehr eigenhändig signiert sein.

Farbe und Erhaltung. Entscheidend sind gleichmäßige, nicht verblasste Farbflächen ohne Kratzer oder Knicke in der Farbschicht sowie vollständige Ränder.

Fallstricke. Ausstellungsplakate, kleine unsignierte Serigrafien aus Katalogen der Galerie Denise René und Offset-Reproduktionen sind keine signierten Originalgrafiken. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität, Informationen zur Rahmung auf der entsprechenden Seite.

Le Coin des Arts führt Druckgrafik weiterer Hauptvertreter der geometrischen und konkreten Kunst, darunter Max Bill, Josef Albers, Victor Vasarely, Geneviève Claisse und Hans Arp. Entdecken Sie auch die moderne Kunst und unsere Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Geneviève Claisse, Herbin, catalogue raisonné de l’œuvre peint, Lausanne, Éditions du Grand-Pont, 1993 · Auguste Herbin, L’Art non figuratif non objectif, Paris, Lydia Conti, 1949 · Céline Berchiche, Mario Choueiry, Peter Kropmanns, Serge Lemoine (Hg.), Auguste Herbin – le maître révélé 1882–1960, Madrid/Paris, El Viso, 2024 · Lenbachhaus München – Auguste Herbin · Fondation Gandur pour l’Art – Auguste Herbin · Musée de Montmartre – Auguste Herbin · Larousse – Auguste Herbin

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