(1923-2005)
Jesús Rafael Soto (1923-2005) gehört zu den Begründern der kinetischen Kunst und der Op-Art. Der in Venezuela geborene Künstler, der ab 1950 in Paris lebte, machte die Bewegung des Betrachters zum eigentlichen Material seiner Werke: Seine Vibrationen, Schriften (Écritures) und begehbaren Penetrables lassen Linie, Farbe und Licht vor den Augen des Publikums flimmern. Im deutschsprachigen Raum war er früh präsent – im Umfeld der Gruppe ZERO, auf der documenta III und in großen Ausstellungen in Krefeld, Bern und Mannheim. Neben Reliefs und architekturbezogenen Arbeiten schuf Soto Multiples und Siebdrucke, die seine optischen Forschungen auf Papier übertragen.
Die Galerie Le Coin des Arts in Paris bietet handsignierte und nummerierte Original-Siebdrucke von Jesús Rafael Soto aus den 1970er- und 1980er-Jahren an, ausgewählt nach Druckqualität, Provenienz und Erhaltungszustand.
Soto wurde am 5. Juni 1923 in Ciudad Bolívar am Orinoco in Venezuela geboren. Schon mit elf Jahren malte er Ladenschilder und Schriftzüge, als Jugendlicher Filmplakate für die Kinos seiner Stadt. 1942 erhielt er ein Stipendium für die Escuela de Artes Plásticas y Artes Aplicadas in Caracas, wo er neben der künstlerischen auch eine Lehrerausbildung absolvierte. Von 1943 bis 1949 stellte er regelmäßig im venezolanischen Salon aus; seine frühe Malerei orientierte sich an Cézanne und am Kubismus.
1947 wurde er Direktor der Kunstschule in Maracaibo, ein Amt, das er bis 1950 innehatte. 1949 zeigte er seine erste Einzelausstellung im Taller Libre de Arte in Caracas.
Mit einem staatlichen Stipendium erreichte Soto im Oktober 1950 Paris. Er besuchte die Vorträge des von Jean Dewasne und Edgard Pillet gegründeten Atelier d'Art abstrait und arbeitete ab 1951 mit der seriellen Wiederholung eines Grundelements, des Quadrats. 1953 begann er, bemalte Plexiglasscheiben übereinanderzuschichten, um optische Bewegung zu erzeugen.
Im April 1955 nahm er an der legendären Ausstellung „Le Mouvement“ in der Galerie Denise René teil, gemeinsam mit Agam, Pol Bury, Calder, Duchamp, Jacobsen, Tinguely und Vasarely – sie gilt als Geburtsstunde der kinetischen Kunst. 1956 folgte dort seine erste Pariser Einzelausstellung.
Ab 1958 ersetzte Soto das Plexiglas durch Metallstäbe und Gitter vor fein gestreiften Hintergründen: Bewegt sich der Betrachter, scheinen die Elemente zu flimmern und sich aufzulösen – die Vibrationen waren geboren. Für den venezolanischen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel schuf er im selben Jahr zwei monumentale kinetische Wände.
Eng war seine Verbindung zur Gruppe ZERO um Heinz Mack und Otto Piene: 1959 stellte er bei „Dynamo 1“ in der Galerie Boukes in Wiesbaden aus, 1961 bei Alfred Schmela in Düsseldorf und in „Bewogen Beweging“ im Stedelijk Museum Amsterdam. 1963 widmete ihm das Museum Haus Lange in Krefeld unter Paul Wember die Ausstellung „Soto, Kinetische Bilder“, in der die ersten Écritures zu sehen waren. 1964 war er auf der documenta III in Kassel vertreten, 1965 in „Licht und Bewegung“ in der Kunsthalle Bern, die anschließend auch in Baden-Baden und Düsseldorf gezeigt wurde.
1967 präsentierte Soto bei Denise René sein erstes echtes Penetrable: einen Raum aus herabhängenden Fäden oder Röhren, den der Besucher durchschreitet und so selbst Teil der Vibration wird. Mehr als siebzig Varianten folgten. Am 21. Mai 1968 eröffnete die Kunsthalle Bern eine Retrospektive, die anschließend nach Hannover (Kestner-Gesellschaft), Düsseldorf, Amsterdam, Brüssel und Paris wanderte. 1970 eröffnete Heinz Mack eine Soto-Ausstellung im Kunstverein Mannheim, die danach in Kaiserslautern und Ulm gezeigt wurde. Im selben Jahr entstand ein Auftrag für die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main; 1972 folgten eine Arbeit für das Foyer der Sandoz-Laboratorien und eine Ausstellung in der Galerie Beyeler in Basel.
1969 wurde eine kinetische Wand im Pariser UNESCO-Gebäude installiert; 1974 folgte die Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York, 1979 die Ausstellung im Centre Pompidou. In seiner Heimatstadt öffnete 1973 das von Carlos Raúl Villanueva entworfene Museo de Arte Moderno Jesús Soto. Soto erhielt 1980 den Intergraphik-Preis in Berlin, wurde 1991 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und 1995 mit dem französischen Grand Prix National de la Sculpture ausgezeichnet. 1990 zeigte das Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop seine Werke, 1997 die Stiftung für Konkrete Kunst in Reutlingen.
Jesús Rafael Soto starb am 14. Januar 2005 in Paris und wurde auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt. Werke von ihm befinden sich unter anderem im Museum Ludwig in Köln, im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, im Centre Pompidou, in der Tate und im MoMA.
Soto verstand die Edition als Möglichkeit, seine Kunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Bereits 1959 brachten Daniel Spoerris Éditions MAT seine Spirale als Multiple heraus; der Krefelder Katalog von 1963 enthielt ein Multiple aus transparenten Folien, und 1967 veröffentlichten die Éditions Denise René die Kassette Sotomagie mit elf Blättern zu seinem Werk von 1951 bis 1965.
Der Siebdruck entspricht seiner Bildsprache ideal: reine Farbflächen, dichte Felder paralleler Linien und „virtuelle“ Quadrate, die vor dem Grund zu schweben scheinen. Viele Blätter verbinden den Druck mit einer Prägung, die dem Papier ein leichtes Relief verleiht. Die Auswahl der Galerie zeigt diese Bandbreite: ein Siebdruck von 1970 in einer Auflage von 145 Exemplaren, eine Composition von 1973 auf geprägtem Papier, verlegt von Marlborough Graphics in New York (Auflage 95), und Carré virtuel rouge à droite (1981) in einer Auflage von 190 Exemplaren.
Nach unserem Kenntnisstand gibt es für Sotos Druckgrafik kein allgemein zitiertes Werkverzeichnis; ein Blatt wird daher über Titel, Datum, Verleger, Auflage und Signatur identifiziert. Achten Sie darauf, dass der Siebdruck handsigniert und nummeriert ist (oder als E.A. bzw. H.C. bezeichnet), dass Verleger und Datum bekannt sind und dass die Ränder vollständig erhalten sind. Gerade bei großen Farbflächen und feinen Linien fallen Kratzer, Lichtschäden oder Knicke sofort auf – der Erhaltungszustand ist entscheidend.
Originalgrafik oder Reproduktion? Sotos Motive wurden vielfach als Ausstellungsplakate und unsignierte Plakatdrucke verbreitet. Ein Originaldruck erscheint in limitierter, nummerierter Auflage und ist von Hand signiert; ein Plakat trägt meist Schrift und ist weder nummeriert noch signiert.
Die Galerie Le Coin des Arts wählt Sotos Siebdrucke mit Blick auf ihre Authentizität, Provenienz und ihren Zustand aus und berät Sammler bei Auswahl, Rahmung und Erhaltung. Entdecken Sie auch die Originalgrafik von Josef Albers, Max Bill, Victor Vasarely und Yaacov Agam.
Atelier Soto – Biografie · Atelier Soto – Einzelausstellungen · documenta III (1964) · Wikipedia – Jesús Rafael Soto · Wikipedia (EN) · Centre Pompidou – Volume suspendu
Sichere Zahlung
3DSecure 2.2
Kostenloser DHL Express-Versand ab 1200 €
Sorgfältig vorbereitetes Paket
Verfolgung des Pakets
Versand versichert
für den Wert des Kunstwerks, einschließlich Deckung gegen Diebstahl und Beschädigungen
Die fairsten Preise
Zertifikat der Echtheit
Zwei Galerien in Paris
Erhalten Sie eine E-Mail, sobald ein neues Werk dieses Künstlers hinzugefügt wird
Ihre Anfrage wurde gesendet! Wir werden Ihnen so schnell wie möglich antworten.
Sie möchten den Verkaufspreis erfahren, weitere Bilder erhalten oder Einzelheiten über das Kunstwerk erfahren.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten dann eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen Ihres Passworts.
Sie können jetzt Bestellungen aufgeben und Ihre Bestellungen verfolgen.
Um Ihre Wunschliste zu speichern, können Sie sich anmelden oder ein Konto erstellen :
Es handelt sich um eine 100% maßgefertigte Rahmung, die sorgfältig von einem professionellen Rahmenmacher gefertigt wird. Die Ausführungen sind in heller Eiche, weißem Holz oder schwarzem Holz erhältlich, mit oder ohne Passepartout und Plexiglas. Die Lieferzeiten können je nach Bestellung variieren, mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Tagen.
Diese Option wird Ihnen im Warenkorb-Schritt angeboten.