(1911-1994)
Portrait de Max Papart par Jean Garbit, 1957 - CC BY-SA 4.0
Max Papart, geboren am 19. Dezember 1911 in Marseille, gestorben 1994 in Paris, war ein französischer Maler und Grafiker. Seine Bildsprache wurzelt im Kubismus: Figuren, Paare, Zirkusszenen, Vögel und Stillleben setzen sich aus flachen, einander überlagernden Farbflächen und Strukturen zusammen. Bekannt ist er vor allem für seine Carborundum-Radierungen, in denen er Aquatinta, tiefe Prägung und aufgeklebte handgeschöpfte Papiere zu einer fast reliefartigen Originalgrafik verbindet.
Die Galerie Le Coin des Arts zeigt derzeit zwei Arbeiten von Max Papart: Summer (1991) und Don Giovanni (1978), beide in Mischtechnik. Bei Papart kann dieser Begriff eine überarbeitete oder mit Collage versehene Druckgrafik ebenso bezeichnen wie ein Unikat auf Papier; die genaue Einordnung jedes Blattes steht nach Prüfung auf seiner Werkseite. Ausgewählt wurden beide wegen ihrer Farbfrische, der Papierqualität und ihres Erhaltungszustands.
Papart studierte an der École des Beaux-Arts in Marseille und zog 1936 nach Paris. Dort stellte er im Salon des Indépendants aus und erlernte die klassischen Techniken des Kupferstichs und der Radierung. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er wieder in seiner Heimatstadt; um 1950 kehrte er nach Paris zurück, inzwischen als experimentierfreudiger Maler bekannt. Seine reife Formensprache – in verzahnte Farbfacetten zerlegte Figuren – steht in der Nachfolge der Papiers collés von Georges Braque.
Entscheidend für sein druckgrafisches Werk wurde das von Henri Goetz entwickelte Carborundum-Verfahren: Siliziumkarbid-Pulver wird mit Lack oder Leim auf der Platte fixiert, nimmt die Farbe auf und ergibt einen satten, samtigen, oft erhabenen Druck. Auch Joan Miró arbeitete Ende der 1960er-Jahre damit. Papart machte es zum Kern seiner Arbeit und kombinierte es mit Radierung und Aquatinta. In den 1960er- und 1970er-Jahren nahm seine Bildwelt Zeichen aus der ägäischen und der präkolumbischen Kunst auf. Von 1969 bis 1973 unterrichtete er Druckgrafik an der Universität Paris VIII-Vincennes.
Außerhalb Frankreichs fand Papart früh ein Publikum. In der Schweiz veröffentlichte die Genfer Galerie Cour Saint-Pierre 1974 den Katalog Huiles, collages, gouaches et estampes mit Texten von Jacques Prévert und Michel Bohbot. In Skandinavien erschien 1979 bei der Galerie International das Werkverzeichnis seiner Druckgrafik, und 1983 zeigte die Galleri Hägg im schwedischen Linköping seine Arbeiten. 1985 widmete ihm das New Orleans Museum of Art die Ausstellung Max Papart: Master Prints and Other Works on Paper; im selben Jahr erschien Roger Greens Monografie Max Papart bei Cercle d’Art in Paris sowie auf Englisch und Spanisch. Als Buchillustrator schuf Papart unter anderem Radierungen zu Diderots Sur les femmes (1952) und sieben Originalgrafiken zu Le Sang, la sève, l’eau et les larmes von Georges Ribemont-Dessaignes (Jacques Goutal-Darly, Paris, 1968, 135 signierte Exemplare).
Bis zuletzt bereitete Papart seine Platten selbst vor und überwachte den Handdruck. Großformatige Spätblätter wie Into the Future (1987; Radierung, Aquatinta und Carborundum mit Collage auf geprägtem Papier) druckte Robert Dutrou im Atelier Morsang. 1991 richtete ihm die Pariser Galerie Nocera eine Retrospektive aus. Papart starb 1994 in Paris. In deutschen, österreichischen oder Schweizer Museen konnten wir keine dokumentierten Bestände nachweisen; im deutschsprachigen Raum ist sein Werk vor allem über den Kunsthandel präsent. Belegte Abzüge besitzen etwa das Montgomery Museum of Fine Arts in Alabama (Blue Moon, 1981) und die Kunstsammlung der Weltbank.
Papart arbeitete überwiegend im Tiefdruck: Radierung, Aquatinta und Carborundum, gedruckt auf schwerem Papier mit kräftiger Prägung und ergänzt durch Collagen. Daneben gibt es einige Lithografien. In den 1970er-Jahren gab der Pariser Verlag Vision Nouvelle mehrere Auflagen heraus. Maßgeblich ist L’Œuvre gravé de Max Papart (Galerie International, 1979) mit Texten von Stig Johansson und Michel Bohbot, das die Jahre 1968 bis 1979 umfasst. Eine Angabe wie „Bohbot 151“ bezeichnet die Nummer 151 dieses Verzeichnisses. Für die Blätter nach 1979 ist uns kein vollständiges Werkverzeichnis bekannt.
Auflage und Nummerierung. Paparts Blätter sind mit Bleistift nummeriert (etwa 46/90 oder 58/75); Künstlerabzüge tragen „E.A.“. Siehe der Druck.
Signatur. Üblich ist die eigenhändige Bleistiftsignatur, meist unten rechts; eine mitgedruckte Signatur deutet auf Plakat oder Reproduktion. Siehe die Unterschrift.
Collage-Varianten. Die Papiere wurden von Hand aufgeklebt; zwei Exemplare derselben Auflage können daher leicht voneinander abweichen.
Zustand. Prüfen Sie, ob die Collagen fest haften, die Prägung nicht flachgedrückt und die Farben nicht verblasst sind.
„Mischtechnik“. Der Begriff kann eine überarbeitete Grafik, eine Grafik mit Collage oder ein Unikat meinen – fragen Sie nach.
Fallstricke. Ausstellungsplakate und Buchreproduktionen sind keine Originalgrafik. Mehr dazu unter Authentizität und Rahmen; ein Abstandshalter schützt das Relief vor dem Glas.
Le Coin des Arts wählt Paparts Arbeiten nach Zustand und Unversehrtheit der Collagen aus. Verwandte Künstler: Henri Goetz, Joan Miró, Georges Braque, Jacques Villon und Fernand Léger; außerdem Moderne Kunst und Radierungen und Lithographien.
L’Œuvre gravé de Max Papart, Texte von Stig Johansson und Michel Bohbot, Galerie International, 1979 · Max Papart. Huiles, collages, gouaches et estampes, Texte von Jacques Prévert und Michel Bohbot, Galerie Cour Saint-Pierre, Genf, 1974 · Roger Green, Max Papart, Cercle d’Art, Paris, 1985 · Kenneth Nahan, Max Papart: Master Prints and Other Works on Paper, New Orleans Museum of Art, 1985 · World Bank Art Program – Max Papart · Montgomery Museum of Fine Arts – Blue Moon
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