(1928)
Portrait de Yaacov Agam par Edward Kaprov, 2010 - CC BY-SA 3.0
Yaacov Agam (eigentlich Yaacov Gibstein, geboren 1928 in Rishon LeZion im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina, gestorben am 21. Juni 2026 im Alter von 98 Jahren) zählt zu den Begründern der kinetischen Kunst und der Op-Art. Geprägt von seiner Studienzeit in Zürich bei Johannes Itten, lebte er ab 1951 in Paris und schuf Bilder, die sich mit jedem Schritt des Betrachters verwandeln. 1964 war er auf der documenta III in Kassel vertreten, 2026 erhielt er den Israel-Preis. Sein druckgrafisches Werk besteht vor allem aus Siebdrucken und den lentikularen Agamographien.
Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk von Yaacov Agam und bietet seine Originalgrafik an, sobald sich Gelegenheit dazu bietet – ausgewählt wie alle unsere Blätter nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltungszustand. Wer über neue Werke informiert werden möchte, klickt auf dieser Seite auf „Künstler folgen“.
Agam war der Sohn des Rabbiners und Kabbalisten Yehoshua Gibstein. Von 1946 bis 1949 studierte er an der Bezalel-Akademie in Jerusalem bei Mordecai Ardon, einem ehemaligen Bauhaus-Schüler. 1949 ging er nach Zürich und lernte bei Johannes Itten, dem einstigen Leiter des Bauhaus-Vorkurses und Verfasser der bekannten Farbenlehre. In der Zürcher Szene der konkreten Kunst begegnete er dem Werk von Max Bill, dessen mathematisch begründete Gestaltung ihn nachhaltig beeinflusste. Die Enzyklopädie Universalis sieht in diesen Zürcher Jahren den Ursprung seines bildnerischen Vokabulars. Der Gedanke, Farbe und Form als System zu begreifen, bildet das Fundament seiner späteren Arbeit.
In Paris arbeitete Agam zunächst im Atelier von Jean Dewasne. Seine erste Einzelausstellung in der Galerie Craven (30. Oktober bis 12. November 1953) zeigte verwandelbare Bilder, deren Elemente der Betrachter verschieben konnte, sowie „polymorphe“ Gemälde aus beidseitig bemalten dreieckigen Leisten, die je nach Standpunkt verschiedene Kompositionen zeigen. Im April 1955 nahm er an der legendären Ausstellung Le Mouvement in der Galerie Denise René teil, gemeinsam mit Victor Vasarely, Jesús Rafael Soto, Jean Tinguely, Pol Bury, Alexander Calder, Marcel Duchamp und Robert Jacobsen. Das Museum Tinguely in Basel hat diese Ausstellung vom 10. Februar bis 16. Mai 2010 rekonstruiert und beschreibt Agams damaligen Beitrag so: Objekte, die sich mit der Bewegung des Betrachters wandeln oder durch dessen Eingriff verändern lassen.
1963 erhielt Agam auf der Biennale von São Paulo einen Preis für künstlerische Forschung. Die documenta III in Kassel (27. Juni bis 5. Oktober 1964) führt ihn in ihrer Künstlerliste; ein Jahr später war er in The Responsive Eye im Museum of Modern Art in New York vertreten, der Ausstellung, die die Op-Art einem breiten Publikum bekannt machte. 1972 widmete ihm das Musée national d’art moderne in Paris eine Retrospektive, die anschließend im Stedelijk Museum Amsterdam und im Tel Aviv Museum gezeigt wurde. Im deutschen Südwesten präsentierte ihn 2011 die Kunsthalle Messmer in Riegel am Kaiserstuhl.
1971 beauftragte Staatspräsident Georges Pompidou Agam mit der Neugestaltung eines Vorzimmers im Élysée-Palast. Der Salon Agam (1972–1974) – bemalte Aluminiumwände, ein beleuchteter Glasplafond, verschiebbare Transacryl-Paneele, eine Edelstahlskulptur und ein Teppich der Gobelins-Manufaktur – befindet sich heute im Centre Pompidou. In La Défense entstand die 1975 entworfene und 1977 eingeweihte Fontaine monumentale mit 66 Wasserdüsen in einem mit venezianischem Email ausgekleideten Becken; 1986 folgte der Feuer-und-Wasser-Brunnen auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv. 1980 stellte das Guggenheim Museum in New York ihn aus. Die UNESCO ehrte 1996 seine Methode der visuellen Früherziehung mit der Comenius-Medaille, und im November 2017 eröffnete in Rishon LeZion das vom Architekten David Nofar entworfene Yaacov Agam Museum of Art, das sich ganz der Kunst in Bewegung widmet. In den 1980er-Jahren wandte sich Agam der Holografie und der Computerkunst zu. Das Centre Pompidou zeigte vom 26. September 2020 bis 16. August 2021 die Mitmach-Ausstellung Agam. Images vivantes. Anfang 2026 wurde er mit dem Israel-Preis für bildende Kunst ausgezeichnet; am 21. Juni 2026 starb er.
Der Siebdruck war Agams wichtigste Drucktechnik, denn er erlaubt reine, leuchtende Farbflächen und scharfe Konturen für seine Streifen, Raster und Farbverläufe. Museen bewahren zahlreiche Beispiele: das MoMA Coordination II (1975, Auflage 153), das Metropolitan Museum die Mappe Message de paix (1980), das Kemper Art Museum in St. Louis die Suite 3 (1974, Auflage 140). Für seine Haggada von 1985 druckte das Pariser Atelier Arcay 58 Siebdrucke von Hand, in einer Gesamtauflage von 584 Exemplaren. Die Agamographie überträgt das polymorphe Bild in die Auflage: Ein in verschränkten Streifen gedrucktes Motiv liegt unter einem Linsenraster und wechselt mit dem Blickwinkel. Siebdrucke auf Plexiglas oder auf gefalteten Trägern zählen zu den Multiples. Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik ist bislang nicht erschienen; ein Blatt wird daher über Titel, Jahr, Mappe, Verleger und Nummerierung bestimmt. Mehr dazu unter Was ist ein Originaldruck?
Auflage. Agams Auflagen sind oft hoch (häufig 99 bis über 150 Exemplare, dazu Künstlerexemplare und H.C.). Prüfen Sie, ob die Nummer zur angegebenen Auflage passt; siehe Der Druck.
Signatur. Originalblätter sind mit Bleistift „Agam“ signiert. Eine mitgedruckte Signatur ersetzt keine eigenhändige Unterschrift; seit seinem Tod im Juni 2026 kann kein Blatt mehr signiert werden.
Zustand von Agamographien. Die Linse muss fest haften und darf weder Kratzer noch Vergilbung oder Ablösungen aufweisen; der Originalrahmen gehört oft zum Werk.
Provenienz. Agams Siebdrucke wurden, vor allem in den USA seit den 1970er-Jahren, in sehr großer Zahl verbreitet. Verlangen Sie eine Galerierechnung, ein Verlagszertifikat oder eine lückenlose Herkunft.
Fallstricke. Offset-Ausstellungsplakate, Reproduktionen und dekorative Wackelbilder sind keine Originalgrafik. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität, Hinweise zur Präsentation unter Rahmen.
Die Galerie zeigt Grafik weiterer Wegbereiter der konkreten und kinetischen Kunst: Max Bill, Josef Albers, Victor Vasarely, Jesús Rafael Soto und Jean Tinguely. Entdecken Sie auch die Strömung kinetische Kunst und Op-Art sowie unsere Radierungen und Lithografien.
Frank Popper, Agam, Harry N. Abrams, New York, überarbeitete Ausgabe 1980 · Museum Tinguely, Basel – Le Mouvement (2010) · documenta archiv – documenta III (1964) · Kunsthalle Messmer – Yaacov Agam · Centre Pompidou – Salon Agam · Encyclopædia Universalis – Yaacov Agam · MoMA – Coordination II
Sichere Zahlung
3DSecure 2.2
Kostenloser DHL Express-Versand ab 1200 €
Sorgfältig vorbereitetes Paket
Verfolgung des Pakets
Versand versichert
für den Wert des Kunstwerks, einschließlich Deckung gegen Diebstahl und Beschädigungen
Die fairsten Preise
Zertifikat der Echtheit
Zwei Galerien in Paris
Erhalten Sie eine E-Mail, sobald ein neues Werk dieses Künstlers hinzugefügt wird
Ihre Anfrage wurde gesendet! Wir werden Ihnen so schnell wie möglich antworten.
Sie möchten den Verkaufspreis erfahren, weitere Bilder erhalten oder Einzelheiten über das Kunstwerk erfahren.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten dann eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen Ihres Passworts.
Sie können jetzt Bestellungen aufgeben und Ihre Bestellungen verfolgen.
Um Ihre Wunschliste zu speichern, können Sie sich anmelden oder ein Konto erstellen :
Es handelt sich um eine 100% maßgefertigte Rahmung, die sorgfältig von einem professionellen Rahmenmacher gefertigt wird. Die Ausführungen sind in heller Eiche, weißem Holz oder schwarzem Holz erhältlich, mit oder ohne Passepartout und Plexiglas. Die Lieferzeiten können je nach Bestellung variieren, mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Tagen.
Diese Option wird Ihnen im Warenkorb-Schritt angeboten.