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Jean BAZAINE

(1904-2001)

Jean BAZAINE

Biographie

Jean Bazaine – Biografie, Lithografien und Originalgrafik

Jean Bazaine, geboren am 21. Dezember 1904 in Paris, gestorben am 4. März 2001 in Clamart, gehört zu den führenden Malern der Nouvelle École de Paris und der nicht-gegenständlichen Malerei der Nachkriegszeit – den Begriff „abstrakt“ lehnte er für sein Werk ab. 1941 organisierte er im besetzten Paris die Ausstellung der „Vingt jeunes peintres de tradition française“, 1948 veröffentlichte er seine Notes sur la peinture d’aujourd’hui. Er war Künstler der Galerie Maeght, nahm an den ersten drei documenta-Ausstellungen in Kassel teil und schuf bedeutende Glasfenster und Mosaiken. Seine Originallithografien sind heute der zugänglichste Teil seines Werks.

Le Coin des Arts verfolgt das Werk von Jean Bazaine und bietet seine Originaldrucke an, sobald gute Abzüge verfügbar sind – ausgewählt nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltungszustand. Wer über neue Arbeiten informiert werden möchte, kann dem Künstler auf dieser Seite mit „Künstler folgen“ folgen.

Bildhauerei, Philosophie und erste Bilder (1904–1939)

Bazaine, ein Ururenkel des englischen Porträtmalers George Hayter, besuchte kurz die École des Beaux-Arts und schrieb sich 1922 an der Académie Julian ein, wo er bei Paul Landowski Bildhauerei studierte. Parallel studierte er an der Sorbonne Literatur und Philosophie, erwarb 1925 Abschlüsse in Kunstgeschichte und Philosophie und hörte die Vorlesungen von Henri Focillon. Ab 1924 widmete er sich der Malerei. 1932 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Pariser Galerie Van Leer; Pierre Bonnard ermutigte ihn. Von 1934 bis 1938 schrieb er für die Zeitschrift Esprit, 1936 entdeckte er den bretonischen Fischerhafen Saint-Guénolé. 1937 malte er mit Jean Le Moal ein Wandbild für die Pariser Weltausstellung, entwarf sein erstes Glasfenster und lernte Jacques Villon kennen. Als Soldat in Lothringen (1939) bemerkte er, dass seine Zeichnungen „nicht mehr realistisch“ wurden.

Die Ausstellung von 1941 und die Jahre der Besatzung

Als Leiter der Abteilung für bildende Kunst der Vereinigung Jeune France organisierte Bazaine mit dem Verleger André Lejard die Ausstellung „Vingt jeunes peintres de tradition française“, die am 10. Mai 1941 in der Galerie Braun eröffnet wurde – die erste Avantgarde-Ausstellung im besetzten Paris. Zu den Teilnehmern zählten Alfred Manessier, Gustave Singier, Jean Le Moal, Jean Bertholle, Pierre Tal-Coat und Charles Walch. Der nationale Titel war, so Lejard, „zugleich Wahrheit und Täuschung“: Er beruhigte die Besatzer, während die Nationalsozialisten die Moderne als „entartet“ verfolgten. 1942 trat Bazaine mit Maurice Estève der Galerie Louis Carré bei, 1943 begegnete er Georges Braque. Ein Atelierbrand vernichtete 1945 fast alle vor 1942 entstandenen Werke.

Maeght, documenta und Retrospektiven in Bern, Hannover und Zürich

Nach Gruppenausstellungen im Stedelijk Museum Amsterdam, in Kopenhagen und Stockholm (1946/47) zeigte die Galerie Maeght 1949 seine erste große Einzelausstellung, begleitet von Heft 23 der Zeitschrift Derrière le miroir; Maeght blieb fortan sein Galerist und Verleger. Im deutschsprachigen Raum wurde Bazaine früh wahrgenommen: 1952 war er in der Kunsthalle Bern in der Ausstellung „Tendances actuelles de l’École de Paris“ vertreten, und er nahm an der documenta in Kassel 1955, 1959 und 1964 teil. 1959 widmeten ihm die Kunsthalle Bern, das Stedelijk Van Abbemuseum in Eindhoven und das Stedelijk Museum Amsterdam eine Retrospektive; 1962/63 folgte eine Einzelausstellung der Kestner-Gesellschaft Hannover, die anschließend im Kunsthaus Zürich und im Kunstnernes Hus in Oslo gezeigt wurde. Aquarelle und Zeichnungen stellte 1958 die Galerie Bendor in Genf aus. In Frankreich erhielt er 1964 den Grand Prix national des Arts, 1965 folgte eine Retrospektive im Musée national d’art moderne in Paris.

Bazaine war zugleich einer der wichtigsten Theoretiker seiner Generation. In den Notes sur la peinture d’aujourd’hui (1948) forderte er eine Malerei, die die sichtbare Welt nicht abbildet, sondern ihren Rhythmus neu erschafft; es folgten Exercice de la peinture (1973) und Le Temps de la peinture (1990). Sein großes Bild La Messe de l’homme armé (1944) galt am Ende der Besatzungszeit als Sinnbild einer freien Kunst.

Glasfenster, Mosaiken und Spätwerk

Bazaine prägte die Erneuerung der Kirchenkunst nach 1945: Nach drei Fenstern für die Kirche von Assy schuf er 1951 das Fassadenmosaik der Kirche Sacré-Cœur in Audincourt, 1954 die Fenster ihres Baptisteriums, 1960 ein Mosaik für die UNESCO in Paris und 1964–1969 die Fenster von Saint-Séverin. 1965 entstand ein Mosaik für das Skissernas Museum im schwedischen Lund. Ab 1984 leitete er die Künstlergruppe, die neue Fenster für die Kathedrale von Saint-Dié entwarf; auch die Wandgestaltung der Pariser Métrostation Cluny–La Sorbonne stammt von ihm. Seine Malerei wandte sich von der Landschaft den Elementen und nach 1968 dem Licht zu. Die Fondation Maeght (1987) und das Grand Palais (1990) zeigten große Werkschauen, 1996 folgte eine Retrospektive in Freiburg im Üechtland (Fribourg). Bazaine starb 2001 im Alter von 96 Jahren, nach einem Arbeitstag an einer Serie von Collagen. 2006 zeigte das Centre Pompidou rund hundert Arbeiten auf Papier, die das Museum größtenteils als Dation erhalten hatte.

Das druckgrafische Werk

Bazaines bevorzugte Drucktechnik war die Lithografie. Fast alle Blätter verlegte Maeght; in den 1950er-Jahren wurden mehrere bei Mourlot gedruckt, spätere im Atelier Arte von Adrien Maeght. Zu den signierten und nummerierten Auflagen gehören Paysage de montagne (1950, Farblithografie, 150 Exemplare), die Folge Hollande (1957), entstanden nach Sommeraufenthalten in Zeeland, und Fondation Xe anniversaire (1974, gedruckt bei Arte, 120 Exemplare). Daneben gibt es wenige Radierungen wie Le Nageur (1951); siehe Tiefdruck. Seit 1946 illustrierte er Gedichtbände von André Frénaud, Raymond Queneau, Jean Tardieu, Eugène Guillevic und anderen.

Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik existiert bislang nicht. Zitiert werden die Kataloge von Maeght Éditeur oder die Nummer des Derrière le miroir-Heftes, aus dem ein Blatt stammt (etwa „DLM 197“). Für die illustrierten Bücher ist der Katalog von Jean-Pierre Greff (Médiathèque Valérie-Larbaud, Vichy, 1992) maßgeblich.

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Signatur und Nummerierung. Auflagendrucke sind mit Bleistift „Bazaine“ signiert und nummeriert (etwa 84/150). Siehe die Unterschrift und der Druck.

Zeitschriftenblätter. Die Lithografien aus Derrière le miroir (Nr. 23, 55–56, 197, 215 u. a.) sind echte Lithografien, aber unsigniert, unnummeriert und meist in der Mitte gefaltet; ebenso das Blatt aus XXe Siècle Nr. 11 (1958), nur im Stein signiert. Der Preis muss dem entsprechen.

Plakate und Reproduktionen. Ausstellungsplakate der Galerie Maeght sind oft lithografisch gedruckt, bleiben aber Plakate; Blätter „nach Bazaine“ sind Reproduktionen.

Papier und Zustand. Achten Sie auf volle Ränder ohne Falten oder Lichtschäden – Bazaines Blau- und Rottöne bleichen aus. Wählen Sie UV-Schutzglas; siehe unsere Rahmung.

Provenienz. Ohne Werkverzeichnis helfen alte Rechnungen, Maeght-Etiketten oder die DLM-Nummer bei der Bestimmung. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität.

Bei uns steht Bazaine neben den Malern der Nouvelle École de Paris: Alfred Manessier, Maurice Estève, Gustave Singier, Raoul Ubac und Ernst Wilhelm Nay, der ebenfalls auf der documenta vertreten war. Entdecken Sie die Schule von Paris und lyrische Abstraktion sowie unsere Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Jean Bazaine, Notes sur la peinture d’aujourd’hui, 1948 · Jean Tardieu, Jean-Claude Schneider und Viveca Bosson, Bazaine, Maeght Éditeur, 1975 · Jean René Bazaine – Lexikonartikel · documenta II (1959) – Künstlerliste · Musée Unterlinden, Colmar – Nouvelle École de Paris · Galerie Applicat-Prazan – Chronologie · Centre Pompidou – Jean Bazaine, Dation 2006

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