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André MARFAING

(1925-1987)

Ohne Titel (Radierung) - André MARFAING

MARFAING André

Ohne Titel, 1962

Radierung LCD4418

1 400.00€

8
André MARFAING

Biographie

André Marfaing – Biografie, Radierungen und Originalgrafik

André Marfaing (geboren am 11. Dezember 1925 in Toulouse, gestorben am 30. März 1987 in Paris) war ein französischer Maler und Grafiker der abstrakten Nachkriegskunst. Sein Werk lebt von einem einzigen Gegensatz: schweres, dichtes Schwarz und das Licht des weißen Grundes. Der ausgebildete Jurist kam 1949 nach Paris, fand 1952 zur Abstraktion und war 1959 auf der documenta II in Kassel vertreten. Neben dem malerischen Werk schuf er eine umfangreiche Originalgrafik, vor allem Radierungen, dazu Lithografien, Siebdrucke und Künstlerbücher mit Dichtern.

Die Galerie Le Coin des Arts bietet derzeit eine Radierung von André Marfaing an: Sans titre („Ohne Titel“), 1962, ein mit Bleistift signierter Künstlerabzug (Épreuve d’artiste), Darstellung etwa 38 × 28 cm auf einem großen Bogen mit breitem Rand. Das Blatt stammt aus seinen ersten Jahren als Radierer. Die Galerie verfolgt das Werk des Künstlers und bietet seine Grafik an, sobald gute Abzüge auftauchen – mit „Künstler folgen“ werden Sie benachrichtigt.

Toulouse: Jurastudium und erste Bilder (1925-1949)

Marfaing verbrachte seine ersten vierundzwanzig Lebensjahre in Toulouse, wo seine Eltern, früher Postbeamte in Paris, ein Hutgeschäft führten. Neben dem Rechtsstudium, das er mit der Licence abschloss, zeichnete er im Atelier des Bildhauers Vivent nach Gipsabgüssen und besuchte den Unterricht des Malers Maurice Mélat. Als assoziiertes Mitglied der Société des artistes méridionaux beteiligte er sich 1949 an einer ersten Gruppenausstellung junger Toulouser Maler. Im selben Jahr entschied er sich ganz für die Malerei und zog nach Paris. Seine frühen Bilder – Stillleben, Landschaften, Porträts – sind gegenständlich; das 2023 erschienene Werkverzeichnis der Gemälde setzt 1948 ein.

Paris, Abstraktion und documenta II (1950-1961)

1950/51 begegnete er Fernand Léger, Alfred Manessier, Francisco Borès und Gérard Schneider. 1952 gab er die Gegenständlichkeit auf; ein Bild auf dem Salon der Surindépendants fiel Pierre Soulages auf. Das Schwarz, in dicken Schichten aufgetragen, wurde zu seiner eigentlichen Sprache. Die Pariser Galerie Claude Bernard nahm ihn unter Vertrag und zeigte 1958 seine erste Einzelausstellung. 1959 war er in der Abteilung Malerei der documenta II in Kassel (11. Juli bis 1. Oktober 1959) vertreten, die unter dem Titel Kunst nach 1945 die internationale Abstraktion versammelte; im selben Jahr stellte er auf der ersten Biennale de Paris aus und schuf seine ersten Druckgrafiken. Titel gab Marfaing seinen Werken nie: Sie tragen Monat, Jahr und eine laufende Nummer, etwa Janvier 61-2, 1962 vom französischen Staat erworben und seit 1964 im Musée d’Art Moderne de Paris.

Venedig 1962 und die Galerie Ariel

1961 zeigte er erstmals eine Einzelausstellung seiner Druckgrafik. 1962 gehörte er zu den fünf Künstlern des französischen Pavillons der Biennale von Venedig, zusammen mit Alfred Manessier, Jean Messagier, Serge Poliakoff und James Guitet. Im selben Jahr richtete er sich in einer Garage in Saint-Jean-de-Luz an der baskischen Küste ein Sommeratelier ein, in dem er bis 1986 jeden Sommer arbeitete. Danach vertrat ihn die Pariser Galerie Ariel von Jean Pollak; ab 1963 stellte er auch in Kopenhagen aus. 1966 erwarb das Musée des Augustins in Toulouse Février 65-5.

Spätwerk, Tod und Wiederentdeckung

Um 1970 wechselte Marfaing von Öl zu Acryl; seine Bilder wurden leichter und karger. Es folgten Ausstellungen in Luxemburg, Triest, Dänemark und Schweden; 1978 kaufte die Stadt Paris Mars 78-5. 1986 zeigte die Galerie Ariel eine große Übersicht seiner Malerei von 1956 bis 1986; am 30. März 1987 starb er in Paris. Retrospektiven fanden seither in den Abattoirs in Toulouse (2007/08), in Carcassonne (2017) und Quimper (2017/18) statt. 2023 schenkten seine Kinder Marie und Didier Marfaing dem Centre Pompidou ein großes Gemälde vom April 1959; im selben Jahr erschien bei Skira das Werkverzeichnis der Gemälde. Für den deutschsprachigen Raum bleibt die documenta II der wichtigste Auftritt; eine von seiner heutigen Pariser Galerie Berthet-Aittouarès veröffentlichte Sammlungsliste nennt zudem die Fondation Gandur pour l’Art in Genf.

Das grafische Werk: Radierung, Lithografie, Künstlerbuch

Für einen Maler des Schwarz-Weiß lag die Druckgrafik nahe. Nach den ersten Blättern von 1959 entstand 1960 seine erste Farblithografie mit dem dänischen Drucker Peter Bramsen. Bevorzugt arbeitete Marfaing jedoch in Radierung: Die Säure ätzt die Kupferplatte und erzeugt ein tiefes, samtiges Schwarz, das unbedruckte Papier übernimmt die Rolle des Lichts. Mehr dazu auf unseren Seiten zur Tiefdrucktechnik und zur Lithografie.

Mit Schriftstellern schuf er Künstlerbücher; die Bibliothèque nationale de France verzeichnet unter anderem Signe (1960), Nature mit Gaston Puel (1979), L’Étoile des encres mit Michel Butor (1982), Tout ange est terrible mit Martine Broda (1983) und Itinéraire mit Kenneth White (1987). Maßgeblich ist das Werkverzeichnis der Druckgrafik von Sophie Rosset Culleron mit Texten von Gilbert Lascault, Guy Marester, Marie-Hélène Gatto und Chantal Marfaing, 2002 vom Comité national de la gravure française herausgegeben; es erfasst die Jahre 1960 bis 1985. Da fast alle Blätter „ohne Titel“ sind, identifiziert erst die Nummer dieses Verzeichnisses – mit Datum, Technik und Plattenmaß – einen Abzug eindeutig.

Die Druckgrafik war für ihn mehr als ein Nebenzweig: Ab 1968 unterrichtete er zwei Jahre lang Kinder im Radieren und Drucken. In seinem Todesjahr 1987 war er im Grand Palais in einer Hommage an die zeitgenössische Grafik vertreten, und vier Pariser Galerien – Ariel, Biren, Clivages und Erval – richteten gemeinsam eine Hommage à Marfaing aus.

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Werkverzeichnis. Lassen Sie sich die Nummer im Verzeichnis von 2002 sowie Datum und Plattenmaß nennen; „Sans titre“ allein sagt nichts.

Auflage. Die Auflagen sind klein und mit Bleistift nummeriert; daneben gibt es Künstlerabzüge mit dem Vermerk „EA“. Siehe der Druck.

Signatur. Marfaing signierte mit Bleistift unter der Darstellung. Unsignierte oder nach seinem Tod 1987 gedruckte Blätter sind deutlich weniger wert. Siehe die Unterschrift.

Druckqualität. Entscheidend ist das Schwarz: satt und gleichmäßig, ohne graue Stellen oder Spuren einer abgenutzten Platte, mit klar ausgeprägtem Plattenrand.

Papier und Erhaltung. Große Bogen mit breitem Rand neigen zu Einrissen, Knicken, Lichtrand und Stockflecken; fragen Sie nach Restaurierungen. Für die Rahmung empfiehlt sich UV-Schutzglas.

Plakate und Lavis. Ausstellungsplakate, etwa der Galerie Ariel, sind Offsetdrucke und keine Originalgrafik. Seine Tuschelavierungen dagegen sind Unikate auf Papier.

Provenienz. Eine Herkunft aus der Galerie Ariel, der Galerie Claude Bernard oder von einem Buchverleger ist ein gutes Zeichen. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität.

Die Galerie wählt Marfaings Grafik nach der Tiefe des Schwarz und dem Erhaltungszustand aus. Verwandte Positionen finden Sie bei Pierre Soulages, Hans Hartung, Gérard Schneider, Ernst Wilhelm Nay und Alfred Manessier, in der Schule von Paris und lyrischen Abstraktion sowie unter Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

II. documenta ’59. Kunst nach 1945, Ausstellungskatalog, Kassel/Köln, 1959 · Sophie Rosset Culleron (Hg.), André Marfaing. Catalogue raisonné des estampes, Comité national de la gravure française, 2002 · Frédéric Edelmann, Christophe Averty, Sophie Rosset Culleron, André Marfaing, peintures 1948-1986, Skira, 2023 · documenta – II. documenta 1959 · Wikipedia – André Marfaing · Musée des beaux-arts de Carcassonne – Begleitheft 2017 · Centre Pompidou – Sans titre, April 1959

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