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Berto LARDERA

(1911-1989)

Composition (Radierung) - Berto LARDERA

LARDERA Berto

Composition, 1960

Radierung LCD1508

650.00€

3
Berto LARDERA

Biographie

Berto Lardera – Biografie, Radierungen und Originalgrafik

Berto Lardera, eigentlich Roberto Lardera, wurde am 18. Dezember 1911 in La Spezia geboren und starb am 23. Februar 1989 in Paris. Der italienisch-französische Bildhauer lebte seit 1947 in Paris und wurde 1965 französischer Staatsbürger. Mit seinen flachen „Skulpturen in zwei Dimensionen“ aus geschnittenem Eisen, Kupfer und Aluminium und später mit raumgreifenden, sich durchdringenden Stahlplatten gehört er zu den Wegbereitern der abstrakten Metallplastik der Nachkriegszeit. Nirgends war er so präsent wie in Deutschland: auf der documenta in Kassel, als Gastprofessor in Hamburg und mit monumentalen Arbeiten im öffentlichen Raum. Daneben schuf er eine kleine, eigenwillige Originalgrafik – Lithografien und vor allem Radierungen von Eisenplatten.

Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk Berto Larderas und bietet derzeit eine Originalradierung an: Composition, datiert 1960, ausgewählt nach Druckqualität, Erhaltung und Provenienz. Da seine Blätter nur vereinzelt auf den Markt kommen, informiert die Schaltfläche „Künstler folgen“ über jeden Neuzugang.

Werftstadt und Universität: die Anfänge in Italien

Als Sohn eines Ingenieurs der Marinewerften wuchs Lardera in La Spezia auf; Eindrücke von Schiffsblechen und Stahlkonstruktionen prägten nach Auffassung vieler Autoren sein späteres Werk. Er studierte klassische Philologie an der Universität Florenz und brachte sich die Bildhauerei selbst bei. Eine Reise nach Paris im Jahr 1929 machte ihn mit der modernen Plastik bekannt. In seinem Florentiner Atelier entstanden zunächst Porträts und Reliefs in Ton, Gips, Marmor, Stein und Holz; 1939 goss er seine erste Bronze. Nach einer ersten Einzelausstellung in Mailand vollzog er zwischen 1942 und 1945 den Bruch mit der Volumenplastik: Es entstanden die ersten flachen Metallkonstruktionen, teils farbig gefasst oder mit Mosaik eingelegt.

Paris: Denise René, Salon de Mai, Biennale (1947–1954)

1947 ließ sich Lardera endgültig in Paris nieder. 1948 zeigte die Galerie Denise René, das Zentrum der geometrischen Abstraktion, seine zweidimensionalen Skulpturen und Zeichnungen; im selben Jahr stellte er im Salon de Mai und im Salon des Réalités Nouvelles aus und war erstmals auf der Biennale von Venedig vertreten, wo er in den folgenden Jahren mehrfach Italien repräsentierte. Ab 1949 kehrte die dritte Dimension zurück: Durchbrochene Scheiben und Platten werden ineinandergesteckt. Das Centre Pompidou besitzt aus dieser Zeit eine Sculpture à deux dimensions (1947) und Rythme contrôlé 2 (1951), das der französische Staat bereits 1955 erwarb. Michel Seuphor veröffentlichte 1953 in Mailand eine erste Monografie.

documenta, Krefeld, Berlin, Hamburg (1955–1960)

Lardera gehörte zu den Künstlern der ersten documenta 1955 und der II. documenta 1959 in Kassel. 1956 widmete ihm das Museum Haus Lange in Krefeld eine Einzelausstellung; die dafür im Garten aufgestellte Plastik Epoca eroica (Skulptur in drei Dimensionen II) von 1949/50 – zwei durchbrochene, sich im Winkel kreuzende Eisenscheiben – steht bis heute an derselben Stelle. Für das Berliner Hansaviertel entstand 1957 Morgendämmerung Nr. 1. Ab 1958 lehrte Lardera als Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg; im Teich auf dem Campus der heutigen TU Hamburg in Harburg steht Zwischen den Welten II (1959). Die Schweizer Éditions du Griffon in Neuchâtel brachten 1960 Seuphors zweite Monografie heraus.

Monumentale Plastik im öffentlichen Raum und Spätwerk

In den 1960er-Jahren wurden Larderas Werke größer und architektonischer; zu Eisen und Kupfer traten Edelstahl und Cortenstahl, die Plattenränder sind ausgehöhlt und gebuchtet. Vor dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg steht Dramatische Gelegenheit VIII, in Freiburg im Breisgau am Platz der Weißen Rose Heroischer Rhythmus IX (1969), in Hannover an der Ecke Culemannstraße/Friedrichswall Ile de France (1967), ursprünglich beim Niedersächsischen Landesmuseum. Nach der Einbürgerung in Frankreich 1965 folgten die Triennale in Neu-Delhi (1968) sowie Ausstellungen im Kunstverein Hannover (1971) und im Wilhelm-Lehmbruck-Museum (1976, Katalog Berto Lardera: Plastiken, Collagen, Graphiken). In Bremen wurde 1989, im Todesjahr des Künstlers, Occasion dramatique (1960) am Präsident-Kennedy-Platz aufgestellt. Die große Retrospektive Berto Lardera, entre deux mondes zeigte das Musée de Grenoble vom 1. Juni bis 25. August 2002; ihr Katalog gilt bis heute als Standardwerk. Werke Larderas besitzen unter anderem das Centre Pompidou in Paris, die Peggy Guggenheim Collection in Venedig (Dramatic Meeting, 1968), das Musée d’art contemporain de Montréal und – für die Druckgrafik – das British Museum in London, das ein dreiteiliges Triptyque von 1968 verwahrt.

Das grafische Werk: Radierungen von Eisenplatten

Nach Martin Hopkinsons Katalog Italian Prints 1875–1975 (British Museum Press, 2007) entstanden Larderas erste Lithografien 1954; später folgten Radierungen, überwiegend gedruckt im Pariser Atelier Lacourière. Statt mit Radiernadel und Stichel bearbeitete er dicke Eisenplatten mit seinen Bildhauerwerkzeugen – er schnitt, hämmerte und zerriss sie –, sodass die Abzüge einen tiefen Plattenrand und kräftige Prägung zeigen. Die Bibliothèque nationale de France verzeichnet rund zwanzig Titel zwischen 1958 und 1974, etwa Le Miracle (1958), Nocturne (1963), Hommage à Rodin (1966), Triptyque I–III (1968) und die Folge Saison (1973–74), und nennt neben Lacourière die Galerie Berggruen sowie das Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum als Herausgeber. Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik ist uns nicht bekannt; ein Blatt wird daher über Titel, Datum, Technik und Auflage bestimmt. Mehr zur Tiefdrucktechnik und zur Lithografie.

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Auflage. Auf Bleistiftnummerierung oder Künstlerexemplar (E.A.) achten und prüfen, ob Titel, Datum und Auflage zusammenpassen. Siehe der Druck.

Signatur. Gesucht sind Blätter mit eigenhändiger Bleistiftsignatur im unteren Rand. Siehe die Unterschrift.

Prägung und Ränder. Die Reliefwirkung der Eisenplatten gehört zum Werk; plattgepresste Blätter oder beschnittene Ränder mindern den Wert.

Titel. Allgemeine Titel wie „Composition“ kommen mehrfach vor; ohne Werkverzeichnis sind Inschriften, Trockenstempel und Provenienz entscheidend.

Erhaltung. Stockflecken, Lichtränder und alte Klebestreifen sind bei Papieren der 1950er- bis 1970er-Jahre häufig.

Fallen. Ausstellungsplakate und Katalogabbildungen sind keine Originalgrafik. Unsere Garantien unter Authentizität, zur Präsentation siehe Rahmen.

Le Coin des Arts wählt Larderas Blätter nach Druckqualität und Erhaltung aus. Verwandte Positionen auf unserer Website: Bernhard Heiliger, Max Bill, Hans Arp, Fritz Wotruba und Ernst Wilhelm Nay. Siehe auch Moderne Kunst und Radierungen und Lithographien.

Quellen und Literatur

Berto Lardera: Plastiken, Collagen, Graphiken, Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg, 1976 · Michel Seuphor, Berto Lardera, Éditions du Griffon, Neuchâtel, 1960 · Berto Lardera, entre deux mondes, Musée de Grenoble / RMN, 2002 · Martin Hopkinson, Italian Prints 1875–1975, British Museum Press, 2007 · documenta – Archiv d 1955 · NRW-Skulptur – Epoca eroica, Krefeld · BnF – Berto Lardera

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