(1906-1997)
Portrait de Victor Vasarely par un photographe inconnu vers 1930 - Domaine public
Victor Vasarely (1906-1997) gilt als Begründer der Op-Art und als einer der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst. Der gebürtige Ungar, ausgebildet in der Tradition des Bauhauses und seit 1930 in Paris ansässig, machte die Wahrnehmung selbst zum Thema seiner Kunst: Schachbrettmuster wölben sich, Raster scheinen zu kippen, Farben beginnen zu flimmern. Da Kunst für ihn allen gehören sollte, spielte die Originalgrafik – vor allem der Siebdruck – neben den Multiples eine zentrale Rolle in seinem Werk.
Die Galerie Le Coin des Arts in Paris bietet originale, handsignierte und nummerierte Siebdrucke, Lithografien und Multiples von Victor Vasarely aus den 1960er- bis 1980er-Jahren an, ausgewählt nach Druckqualität, Provenienz und Erhaltungszustand.
Victor Vasarely kam am 9. April 1906 als Győző Vásárhelyi in Pécs (Fünfkirchen) im damaligen Österreich-Ungarn zur Welt und wuchs in Pöstyén (heute Piešťany, Slowakei) und Budapest auf. 1925 begann er ein Medizinstudium, das er nach zwei Jahren zugunsten der Malerei an der privaten Akademie Podolini-Volkmann aufgab. 1928/1929 trat er in den Műhely („Werkstatt“) von Sándor Bortnyik ein, eine Schule für Gebrauchsgrafik und Typografie, die die Lehre des Bauhauses und des Konstruktivismus nach Budapest brachte. Raster, System und die Sprache der gedruckten Grafik prägten von da an sein gesamtes Schaffen.
1930 ließ sich Vasarely mit Claire Spinner, seiner Studienkollegin aus dem Műhely und späteren Ehefrau, in Paris nieder; ihr Sohn Jean-Pierre wurde später unter dem Namen Yvaral selbst Künstler. In den 1930er-Jahren arbeitete Vasarely als Grafiker für die Werbeagenturen Havas, Draeger und Devambez und betrieb parallel freie „grafische Studien“ über Linie, Textur und Kontrast. Die Zebras von 1937, ganz aus geschwungenen Schwarz-Weiß-Streifen aufgebaut, gelten heute als eines der ersten Werke der Op-Art.
1944 zeigte die junge Pariser Galerie Denise René seine erste Ausstellung – der Beginn einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit. Zwischen 1947 und den frühen 1950er-Jahren fand Vasarely zu seiner abstrakten Bildsprache, angeregt von Kieseln und Muscheln auf Belle-Île, den weiß gekachelten Wänden der Pariser Métro-Station Denfert-Rochereau und dem Licht von Gordes in der Provence, wo er ab 1948 die Sommer verbrachte. Die Ausstellung „Le Mouvement“ bei Denise René (1955) vereinte ihn mit Agam, Bury, Calder, Duchamp, Jacobsen, Soto und Tinguely; seine dazu veröffentlichten Notizen, das „Gelbe Manifest“, wurden zum Grundlagentext der kinetischen Kunst. Im selben Jahr war Vasarely auf der ersten documenta in Kassel vertreten, ebenso auf der documenta II (1959), der documenta III (1964) und der 4. documenta (1968).
Ende der 1950er-Jahre entwickelte Vasarely die „plastischen Einheiten“: ein Quadrat und eine kontrastierende geometrische Form, beliebig kombinierbar. Am 2. März 1959 ließ er das System schützen und stellte es 1963 als „Folklore planétaire“ vor – ein Formenalphabet für die serielle Produktion. Es folgten der Guggenheim-Preis (1964), die Teilnahme an „The Responsive Eye“ im Museum of Modern Art in New York und ein erster Preis der Biennale von São Paulo (1965) sowie die Werkgruppen Vega und Hommage à l’hexagone. In der Bundesrepublik realisierte er, teils gemeinsam mit Yvaral, zahlreiche architektonische Integrationen, etwa für die Pädagogische Hochschule in Essen (1965), die Universität Bonn (1968), die Ruhr-Universität Bochum (1971) und einen Saal der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Anfang der 1970er-Jahre). Für die Porzellanmanufaktur Rosenthal schuf er in den 1970er-Jahren Dekore für das Service „Suomi“ von Timo Sarpaneva, und für die Olympischen Spiele in München 1972 entwarf er ein Plakat der Reihe „Edition Olympia 1972“, verlegt bei F. Bruckmann in München. 1972 überarbeitete er mit Yvaral auch das Renault-Logo.
Vasarely gründete eigene Museen: das didaktische Museum im Schloss Gordes (1970, 1996 geschlossen) und die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence, deren architektonisches Zentrum aus sechzehn sechseckigen Modulen mit 44 monumentalen Werken 1976 eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand das Vasarely-Museum in seiner Geburtsstadt Pécs, 1987 das Vasarely-Museum in Budapest. Vasarely starb am 15. März 1997 in Paris. Vom 26. September 2018 bis 13. Januar 2019 widmete ihm das Städel Museum in Frankfurt am Main die große Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ mit über hundert Werken; eigens dafür wurde der von Vasarely und Yvaral gestaltete Speisesaal der Bundesbank abgebaut. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou, das 2019 „Vasarely, le partage des formes“ zeigte.
Vasarely verstand ein Bild als Prototyp, der sich ohne Qualitätsverlust vervielfältigen lässt. Der Siebdruck mit seinen klaren Kanten und gesättigten Farbflächen kam diesem Konzept ideal entgegen. Viele seiner Siebdrucke der 1960er- und 1970er-Jahre wurden in Paris im Atelier des aus Kuba stammenden Druckers Wifredo Arcay gedruckt, der für die Galerie Denise René arbeitete; spätere Auflagen häufig im Pariser Atelier Silium. Neben Denise René verlegten Schweizer, deutsche, österreichische, skandinavische und ungarische Verlage seine Grafik. Daneben schuf er Lithografien, unter anderem bei Mourlot, und ab den 1960er-Jahren Multiples – Objekte und Reliefs aus Plexiglas, Metall oder bedrucktem Holz.
Zum Angebot der Galerie gehören etwa Ezust und Topaze (1966), verlegt von Denise René und gedruckt bei Arcay; Mar-Kab (1973, Pierre Belfond) und Tsiga (1973); Heisenberg (1983) und die Lithografie Zebra 3 (1984), beide bei Graphos Verlag erschienen und bei Silium gedruckt; Clown (1987); Bellatrix-Pyr (1989), verlegt von AZG Austria Zeichen; die Folge Les années Cinquante (1989) des Budapester Verlags Pesti Műhely sowie die Multiples Turkiz positif und Beryl négatif (1967) in einer Auflage von je 50 Exemplaren, verlegt von Denise René (Rubrik Keramiken und Skulpturen).
Vasarely gehört zu den meistreproduzierten Künstlern des 20. Jahrhunderts – umso wichtiger ist ein genauer Blick. Beim Kauf eines Siebdrucks oder einer Lithografie von Victor Vasarely sollten Technik, Auflage und Bezeichnung des Exemplars (Nummer oder E.A./H.C.), die Bleistiftsignatur, Verlag und Drucker (Denise René, Arcay, Silium, Mourlot …), die im Handel übliche Werkverzeichnisnummer nach Pedro Benavides („Benavides Nr.“), die Provenienz und der Erhaltungszustand geprüft werden. Große Farbflächen zeigen jeden Kratzer, und manche Farben sind lichtempfindlich: eine Verglasung mit UV-Schutz ist dringend zu empfehlen.
Originalgrafik oder Reproduktion? Vasarelys Motive kursieren auf unzähligen Plakaten, Offsetdrucken, unsignierten oder posthumen Siebdrucken und auf Fälschungen mit nachgeahmter Signatur. Eine im Bild mitgedruckte Signatur, eine unplausible Nummerierung oder fehlende Verlagsangaben sind Warnsignale. Eine Originalgrafik ist mit Bleistift handsigniert, nummeriert oder bezeichnet und dokumentiert. Für Unikate (Gemälde, Gouachen, Collagen) ist Pierre Vasarely zuständig, Präsident der Fondation Vasarely, Universalerbe und Inhaber der Urheberpersönlichkeitsrechte des Künstlers; ein Werkverzeichnis der Gemälde wird von der Stiftung vorbereitet. Jedes von der Galerie verkaufte Werk wird mit einem Echtheitszertifikat geliefert.
Die Galerie Le Coin des Arts wählt die Originalgrafik und Multiples von Victor Vasarely mit besonderem Augenmerk auf Echtheit, Provenienz und Zustand aus und berät Sammler bei Rahmung und Konservierung. Entdecken Sie auch weitere Künstler der kinetischen und konkreten Kunst in unserer Galerie: Josef Albers, Max Bill, Jesús Rafael Soto und Yaacov Agam.
Städel Museum, „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“, 2018-2019 · Kulturstiftung des Bundes, Victor Vasarely · Deutsche Bundesbank, „Bundesbank schickt Vasarely-Saal auf Reisen“ · Victor Vasarely, Wikipedia · Vasarely, architektonische Integrationen · Victoria and Albert Museum, Plakat „Olympische Spiele München 1972“ · Fondation Vasarely, Aix-en-Provence
Sichere Zahlung
3DSecure 2.2
Kostenloser DHL Express-Versand ab 1200 €
Sorgfältig vorbereitetes Paket
Verfolgung des Pakets
Versand versichert
für den Wert des Kunstwerks, einschließlich Deckung gegen Diebstahl und Beschädigungen
Die fairsten Preise
Zertifikat der Echtheit
Zwei Galerien in Paris
Erhalten Sie eine E-Mail, sobald ein neues Werk dieses Künstlers hinzugefügt wird
Ihre Anfrage wurde gesendet! Wir werden Ihnen so schnell wie möglich antworten.
Sie möchten den Verkaufspreis erfahren, weitere Bilder erhalten oder Einzelheiten über das Kunstwerk erfahren.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten dann eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen Ihres Passworts.
Sie können jetzt Bestellungen aufgeben und Ihre Bestellungen verfolgen.
Um Ihre Wunschliste zu speichern, können Sie sich anmelden oder ein Konto erstellen :
Es handelt sich um eine 100% maßgefertigte Rahmung, die sorgfältig von einem professionellen Rahmenmacher gefertigt wird. Die Ausführungen sind in heller Eiche, weißem Holz oder schwarzem Holz erhältlich, mit oder ohne Passepartout und Plexiglas. Die Lieferzeiten können je nach Bestellung variieren, mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Tagen.
Diese Option wird Ihnen im Warenkorb-Schritt angeboten.