(1918-2008)
Portrait de Marcel Mouly par Philippe Blache — CC BY-SA 4.0
Marcel Mouly (geboren am 6. Februar 1918 in Paris, gestorben am 7. Januar 2008) war ein französischer Maler und Lithograf der Nachkriegs-École de Paris. Als weitgehender Autodidakt lernte er die Formensprache des Kubismus im Atelier des Bildhauers Jacques Lipchitz kennen und verband sie mit der reinen, leuchtenden Farbe des Fauvismus. Stillleben mit Gitarre, Interieurs, Häfen und Segelboote sind seine wiederkehrenden Motive. Der französische Staat erwarb 1947 sein Gemälde Femme à la lampe; ab Mitte der 1950er Jahre wurde die Farblithografie zu einem Schwerpunkt seines Schaffens.
Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk von Marcel Mouly und bietet seine Originallithografien an, sobald gute Abzüge verfügbar sind – ausgewählt nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung. Wer über neue Arbeiten informiert werden möchte, klickt auf dieser Seite auf „Künstler folgen“.
Zum Zeichnen kam Mouly auf Umwegen: In der Schule wurde ihm der Zeichenunterricht zunächst als Strafe auferlegt – und er entdeckte dabei sein Talent. Mit 13 Jahren verließ er die Schule und arbeitete als Strandverkäufer, als Lehrling bei einem Zahnarzt und als Auslieferer für einen Weinhändler. 1935 besuchte er neben der Arbeit Abendkurse in Montparnasse. 1938 zum Militärdienst eingezogen, kehrte er nach der französischen Niederlage im Juni 1940 ins Zivilleben zurück.
Mit dem Maler Bernard La Fourcade teilte er ein Atelier in Auteuil. Auf einer Reise in die Normandie wurden beide 1942 ohne die von den Besatzungsbehörden verlangten Reisepapiere kontrolliert, nach ihrer Rückkehr in Paris verhaftet und fälschlich als Spione inhaftiert. In der Einzelhaft, so seine Biografen, fasste Mouly den Entschluss, sein Leben der Malerei zu widmen. Nach seiner Freilassung 1943 mietete er zusammen mit Édouard Pignon das Atelier von Jacques Lipchitz in Boulogne – der Bildhauer lebte damals im Exil in den USA – und eignete sich dort die Lehren des Kubismus an. 1945 zeigte er Gemälde im Salon d’Automne, neben Werken von Henri Matisse.
1946 bezog Mouly ein Atelier in La Ruche, der Künstlersiedlung im 15. Arrondissement, in der zuvor Chagall, Léger und Zadkine gearbeitet hatten, und stellte im Salon de Mai aus. Im selben Jahr entstand Femme à la lampe (Öl auf Leinwand, 162 × 97 cm), das der Staat 1947 ankaufte; heute gehört es zum Musée national d’art moderne – Centre Pompidou (Inv. AM 2689 P). Seine erste Einzelausstellung fand 1949 in der Librairie Bergamasque in Paris statt. Bilder wie Les Tisserands rouges (1952) zeigen die nun gefestigte Handschrift: schwarz umrandete Formen, ineinandergreifende Flächen, gesättigte Rot- und Blautöne.
Das Licht des Südens prägt seine Landschaften, etwa Amalfi Blue (1958) in der Kunstsammlung der University of Warwick. Später konzentrierte er sich auf Häfen, ankernde Boote, Märkte, Schachspieler und Musikstillleben. In den 1990er und 2000er Jahren stellte er im Shanghai Museum (1996), in Hongkong (1997), bei der Opera Gallery in Paris (1999 und 2006) sowie vielfach in den USA aus. Im deutschsprachigen Raum ist Mouly vor allem über den Kunsthandel und Auktionen präsent; museale Ankäufe in Deutschland, Österreich oder der Schweiz konnten wir nicht belegen. Umso wichtiger ist für Sammler zwischen Berlin, Wien und Zürich die sorgfältige Prüfung jedes Blattes.
Mitte der 1950er Jahre wandte sich Mouly der Lithografie zu und behandelte den Stein wie ein Maler: flächige, schwarz konturierte Farbfelder fügen sich zum Bild. Abzüge sind auf Rives- und Arches-Velin bekannt (Lovers at the Beach, 1966, auf Vélin de Rives); die Queensland Art Gallery in Brisbane erwarb 1976 die Lithografie Bowl of fruit. Die Auflagen liegen meist zwischen 120 und 300 Exemplaren, ergänzt durch Künstlerexemplare (E.A.); spätere Editionen wie Petit Luberon II (2003) oder L’Orage (2007) erschienen in der Regel in 300 Exemplaren und wurden vor allem über die Park West Gallery in Michigan vertrieben. 1990 veröffentlichte das Atelier Gourdon in Paris eine Monografie mit einer Folge signierter Lithografien. Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik ist unseres Wissens nicht erschienen, die Druckerei wird selten genannt: Ein Blatt bestimmt man über Titel, Datum, Format, Papier und Auflage. Mehr dazu: Was ist ein Originaldruck?
Original oder Reproduktion. Manche Motive kursieren als Reproduktionen, mitunter auf gutem Papier; andere Blätter tragen nur eine im Bild gedruckte Signatur. Unter der Lupe zeigt der Offsetdruck ein Punktraster, die Lithografie geschlossene Farbschichten.
Auflage und Nummerierung. Nummer und angegebene Auflage müssen übereinstimmen; Künstlerexemplare tragen den Vermerk E.A.
Signatur. Mouly signierte mit Bleistift „M. Mouly“, meist unten rechts. Eine gedruckte Unterschrift ersetzt diese nicht.
Technik. Einige späte Editionen werden als Serigrafien angeboten; lassen Sie sich die Technik schriftlich bestätigen.
Provenienz und Zustand. Ohne Werkverzeichnis sind Rechnungen und Zertifikate wertvoll. Die kräftigen Rot- und Blautöne bleichen im Licht aus: UV-Schutzglas beim Rahmen ist ratsam. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität.
Neben Mouly zeigt die Galerie Druckgrafik von Malern, die Farbe und Konstruktion verbanden: Édouard Pignon, Georges Braque, Fernand Léger, Jean Carzou und Antoni Clavé. Entdecken Sie auch die École de Paris und unsere Radierungen und Lithografien.
Joseph Jacobs, Albert Scaglione (Hrsg.), M. Mouly: Retour de les Fauves, Park West Gallery, 1992 · M. Mouly, Opera Gallery, Paris, 2000 · Richard Hart, Marcel Mouly: Light and Colour · Centre Pompidou – Femme à la lampe · Queensland Art Gallery – Bowl of fruit · University of Warwick Art Collection · Wikipedia – Marcel Mouly
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