(1935)
Photo fournie par l'artiste
Stéphane Kilar, 1935 in Ungarn geboren, ist ein Bildhauer und Grafiker, der seit Mitte der 1950er-Jahre in Paris lebt und arbeitet. Nach einer Ausbildung in Budapest und an der Pariser École nationale supérieure des Beaux-Arts verfolgt er seit über sechzig Jahren zwei Wege: die Skulptur in Holz, Granit und poliertem Edelstahl und die Radierung, in der architektonische Formen, archaische Zeichen und kosmische Motive wiederkehren. In den gängigen Nachschlagewerken ist Kilar kaum erfasst; diese Seite beschränkt sich daher auf überprüfbare Angaben und kennzeichnet, was nur auf einer einzigen Quelle beruht.
Die Galerie Le Coin des Arts bietet eine Reihe von Originalradierungen Kilars an, darunter „Arc de Triomphe“, „Bis passage“, „Arbre de Vie“ (Lebensbaum), „Images rupestres“ (Felsbilder), „Homme et planète“ (Mensch und Planet), „Chance du passage“, „Héritage“ (Erbe) sowie mehrere Blätter „Sans titre“ (ohne Titel). Jedes Blatt wird einzeln mit Signatur, Vermerken, Papier und Erhaltungszustand beschrieben.
Laut der Biografie, die der Galerie vorliegt, beginnt Kilar 1955 an der Akademie der Bildenden Künste in Budapest. Ab 1956 – dem Jahr des ungarischen Volksaufstands; über die Umstände seiner Ausreise sagen die eingesehenen Quellen nichts – studiert er bis 1964 an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris. Er gehört damit zu jener Generation mitteleuropäischer Künstler, die ihre Laufbahn im Nachkriegsfrankreich aufbauten, wie lange vor ihm der gebürtige Ungar Victor Vasarely.
Derselben Biografie zufolge wird eine Skulptur Kilars 1961 auf der Biennale de Paris ausgezeichnet, und André Malraux gratuliert ihm persönlich. Der Rahmen ist stimmig: Die von Malraux 1959 gegründete Biennale, ursprünglich Künstlern unter 35 Jahren vorbehalten, fand in ihrer zweiten Ausgabe vom 29. September bis 5. November 1961 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris statt. Den Preis selbst konnten wir in den veröffentlichten Unterlagen der Biennale jedoch nicht nachweisen.
Ebenfalls nur aus dieser Quelle stammen zwei weitere Angaben: eine monumentale Skulptur „L’Aventure cosmique“, 1981 von der französischen Luftwaffe für die Cité de l’Air in Paris in Auftrag gegeben, und eine Ausstellung seiner Skulpturen 2013 in der Orangerie du Sénat im Jardin du Luxembourg. Im Handel tauchen gelegentlich schwarz gefasste Holzskulpturen um 1970 auf. Kilar lebt in Paris und wird unter den Mitgliedern der Ateliervereinigung Le 6ème, Ateliers d’Artistes geführt.
Ausstellungen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, Werke in Sammlungen in Basel, Zürich, Wien, Köln oder München, Verleger oder Drucker aus dem deutschsprachigen Raum: Für all das haben wir keinen Nachweis gefunden. Kilars Grafik zirkuliert vor allem über französische Galerien und Auktionshäuser. Für Sammler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das: Blätter sind selten, Vergleichspreise kaum vorhanden, und die Beschreibung durch den Händler wird umso wichtiger.
Kilar arbeitet im Tiefdruck. Das am besten dokumentierte Blatt ist „AD 512“, eine Farbradierung mit Aquatinta auf Velin, etwa 64,5 x 49,5 cm (Lichtmaß), unten rechts eigenhändig signiert. Zwei Abzüge wurden im November 2022 und im Januar 2023 bei Rey & Guinot (Le Chesnay) angeboten, einer mit dem Vermerk „Epreuve d’artiste“, der andere mit „Epreuve d’expo“, bei Schätzpreisen von 120–150 €. Titel wie „Images rupestres“ oder „Homme et planète“ zeigen eine Bildwelt zwischen prähistorischem Zeichen und Kosmos.
Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik existiert nicht, und der Drucker seiner Platten ist in den eingesehenen Quellen nicht genannt. Die Bestimmung eines Blattes stützt sich daher allein auf Titel, Signatur und Auflagenvermerk.
Auflage und Vermerke. Neben nummerierten Abzügen kommen Künstlerabzüge und „Ausstellungsabzüge“ vor. Sie sind legitim, sollten aber handschriftlich und gut lesbar sein; Auflagenhöhen sind nicht dokumentiert.
Signatur. Die bisher versteigerten Blätter sind unten rechts eigenhändig signiert; eine in der Platte mitgedruckte Signatur ersetzt sie nicht.
Papier und Ränder. Achten Sie auf den Plattenrand und ausreichend breite Ränder – Zeichen eines unbeschnittenen Originalabzugs.
Erhaltung. Großformatige Farbblätter neigen zu Lichtrand, Stockflecken und Feuchtigkeitsspuren; die erwähnten Auktionskataloge vermerken Verschmutzungen und Wasserflecken. Ein genauer Zustandsbericht ist unerlässlich. Mehr dazu auf unseren Seiten Authentizität und Rahmen.
Die Galerie wählt Kilars Radierungen nach Druckqualität und Erhaltung aus. Verwandte Positionen der Pariser Radierkunst: Johnny Friedlaender, Shoichi Hasegawa, Érik Desmazières, Riccardo Licata, die Bewegung zeitgenössische Kunst und unsere Radierungen und Lithografien.
Biografie des Künstlers, der Galerie Le Coin des Arts übermittelt · Rey & Guinot – Stéphane Kilar, „AD 512“, 23. November 2022 · Rey & Guinot – „AD 512“, 8. Januar 2023 · Le 6ème, Ateliers d’Artistes – Stéphane Kilar · 1stDibs – Schwarze Skulptur von Kilar, um 1970 · Biennale de Paris
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