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Jean HELION

(1904-1987)

Die Kraft des Meeres VI (Farblithographie) - Jean HELION

HELION Jean

Die Kraft des Meeres VI, 1965

Farblithographie LCD4402

345.00€

1

Cyril Deicha, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Jean HELION

Biographie

Jean Hélion – Biografie, Lithografien und Originalgrafik

Jean Hélion, geboren als Jean Bichier am 21. April 1904 in Couterne (Normandie), gestorben am 27. Oktober 1987 in Paris, gehört zu den Wegbereitern der geometrischen Abstraktion in Frankreich. Als Mitbegründer der Gruppen Art Concret (1930) und Abstraction-Création (1931) stand er im Zentrum eines internationalen Netzwerks, zu dem auch deutsche und Schweizer Künstler gehörten. 1939 vollzog er eine der radikalsten Wenden der Moderne: Er kehrte zur Figuration zurück und malte fortan Männer mit Hut, Zeitungsleser, Passanten und Stillleben. Diese Entwicklung lässt sich auch an seiner Originalgrafik ablesen, vor allem an seinen Lithografien.

Die Galerie Le Coin des Arts bietet derzeit Force de la mer VI an, eine Original-Lithografie von 1965, mit Bleistift signiert, aus einer dem Meer gewidmeten Folge. Wie alle unsere Blätter wurde sie nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung ausgewählt. Wer über neue Werke informiert werden möchte, kann auf dieser Seite dem Künstler folgen („Künstler folgen“).

Herkunft und Lehrjahre (1904–1928)

Der Sohn eines Taxifahrers und einer Schneiderin wuchs bis zum achten Lebensjahr bei seiner Großmutter auf und kam dann zu den Eltern nach Amiens. Nach einer Ausbildung als Apothekengehilfe begann er 1920 in Lille ein Chemiestudium, das er abbrach. 1921 ging er nach Paris, arbeitete als Bauzeichner bei einem Architekten und schrieb Gedichte. Im Louvre entdeckte er Poussin und Philippe de Champaigne und beschloss, Maler zu werden. Der uruguayische Maler Joaquín Torres-García, den er in seinem Atelier wohnen ließ, führte ihn an den Kubismus heran; 1925 lernte er den deutschen Abstrakten Otto Freundlich kennen. 1928 stellte er erstmals im Salon des Indépendants aus.

Art Concret und Abstraction-Création (1929–1936)

Die Begegnung mit Theo van Doesburg im Jahr 1929 und ein Besuch im Atelier von Piet Mondrian wurden entscheidend. 1930 gründete Hélion mit van Doesburg die Gruppe Art Concret und verfasste ihr Manifest mit. Am 15. Februar 1931 gehörte er in Paris zu den Gründern von Abstraction-Création, gemeinsam mit Hans Arp, Auguste Herbin, Georges Vantongerloo und František Kupka. Bis zur Auflösung 1936 schlossen sich unter anderem Kurt Schwitters, Friedrich Vordemberge-Gildewart und Wassily Kandinsky an; die Ideen der Gruppe wirkten danach besonders in der Schweiz fort. Hélions Équilibres und Compositions lösen das neoplastische Raster in Kurven und Volumen auf. Seine erste Einzelausstellung fand 1932 in der Pariser Galerie Pierre Loeb statt.

Amerika, Kriegsgefangenschaft in Stettin und Flucht (1932–1946)

1932 heiratete Hélion in den USA die Amerikanerin Jean Blair; der New Yorker Sammler A. E. Gallatin erwarb seine Werke. Mitte der 1930er-Jahre lebte er zwischen New York und Rockbridge Baths in Virginia. 1939 markierten Au cycliste und Figure tombée (Centre Pompidou) das Ende seiner abstrakten Periode. 1940 kehrte er nach Frankreich zurück, um sich zur Armee zu melden, geriet am 19. Juni 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und wurde in Stettin in Pommern auf einem Gefangenenschiff festgehalten. Am 13. Februar 1942 gelang ihm die Flucht. Über Paris und Marseille erreichte er erneut Amerika, wo sein Bericht They Shall Not Have Me (1943) zum Bestseller wurde. In New York heiratete er Pegeen Vail, die Tochter von Peggy Guggenheim; das Paar hatte drei Söhne. 1946 ließ er sich endgültig in Paris nieder.

Figuration, Erblindung und späte Anerkennung (1946–1987)

Nach dem Krieg malte Hélion Männer mit Hut und Akte, ab etwa 1951 Stillleben und Atelierszenen nach der Natur – für viele Bewunderer des Abstrakten ein Verrat, heute als eigenständige Position neu bewertet. 1963 heiratete er Jacqueline Ventadour. Im Mai 1968 hielt er die Pariser Demonstrationen fest; das Polyptychon Choses vues en mai befindet sich im Musée des Beaux-Arts in Orléans. 1970 folgte eine Retrospektive im Grand Palais, die Galerie Karl Flinker vertrat ihn in Paris, und 1981 war er in A New Spirit in Painting an der Royal Academy in London vertreten. Im Oktober 1983 musste er, fast erblindet, die Malerei aufgeben und diktierte seine letzten Schriften, darunter Mémoire de la chambre jaune (1994). Retrospektiven zeigten das Musée d’Art Moderne de Paris (1984–1985), das Centre Pompidou (2004–2005, anschließend Barcelona und New York) und erneut das Musée d’Art Moderne de Paris mit Jean Hélion, La prose du monde (22. März – 18. August 2024), die mehr als 150 Gemälde, Zeichnungen und Notizhefte vereinte. Werke seiner abstrakten Jahre befinden sich heute unter anderem im Centre Pompidou, in der Tate in London und im Museum of Modern Art in New York. Die meisten seiner Notizhefte bewahrt die Bibliothèque nationale de France.

Das druckgrafische Werk

Hélions frühestes bekanntes Blatt ist ein Kupferstich von 1934 für die Sammelmappe 23 Gravures, herausgegeben von Anatole Jakovski (Éditions Orobitz, Paris, 1935), gedruckt bei Tanneur in einer Auflage von 50 Exemplaren; ein Abzug befindet sich im Museum of Modern Art in New York. Danach bevorzugte er die Lithografie, die seiner Zeichnung am nächsten kam. Frühe Lithografien wie Éléments écartés (1934) und Au cycliste (um 1939) sowie Fille au mannequin (um 1955) besitzt das Museum der Hollins University in Virginia. Spätere Blätter greifen die Motive der Gemälde auf: Zeitungsleser (1951), Männer mit Hut, die Folge Force de la mer (1965), Les Feux de mai (1969, Farblithografie, verlegt von der Association française des amateurs d’estampes) und die Mappe Les Passants (1986).

Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik ist nach unserem Kenntnisstand nicht veröffentlicht; Standardnummern wie bei anderen Künstlern gibt es für Hélions Lithografien daher nicht. Maßgeblich ist die Monografie Hélion von Henry-Claude Cousseau (Éditions du Regard, 1992). Die Association Jean Hélion bereitet ein Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier vor.

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Signatur und Auflage. Verlegte Lithografien sind mit Bleistift „Hélion“ signiert und nummeriert, meist in kleinen Auflagen (50 Exemplare bei Force de la mer). Mehr dazu unter Signatur und Druck und Auflage.

Doppelte Datierung. Blätter mit Angaben wie „1933–1970“ sind späte Lithografien nach abstrakten Entwürfen der 1930er-Jahre. Sie sind echte Originalgrafik, aber nicht zeitgleich mit der abstrakten Periode entstanden.

Mappen und Zeitschriftenbeilagen. Blätter aus Mappen wie Les Passants sind Originale; unsignierte Beilagen aus Kunstzeitschriften sind deutlich weniger wert, Plakate und Reproduktionen keine Originaldrucke.

Provenienz und Zustand. Ohne Werkverzeichnis zählen alte Rechnungen, Verlegerstempel oder eine Herkunft aus der Galerie Karl Flinker. Achten Sie auf vollständige Ränder, Stockflecken und Lichtschäden; ein Rahmen mit UV-Schutzglas ist empfehlenswert. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität.

Die Galerie zeigt auch Grafik von Hélions Weggefährten bei Abstraction-Création: Hans Arp, Auguste Herbin, Alexander Calder, Sonia Delaunay und Robert Delaunay. Entdecken Sie außerdem die moderne Kunst und unsere Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Henry-Claude Cousseau, Hélion, Éditions du Regard, 1992 · Didier Ottinger, Henry-Claude Cousseau, Matthew Gale u. a., Jean Hélion, Éditions du Centre Pompidou, 2004 · Jean Hélion, They Shall Not Have Me, 1943 · Ketterer Kunst – Gruppe Abstraction-Création · Musée d’Art Moderne de Paris – Pressemappe 2024 · Centre Pompidou – Jean Hélion (2004–2005) · MoMA – Blatt aus 23 Gravures

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