(1924-2002)
Paco Marí / Fondo Marín — CC BY-SA 3.0
Eduardo Chillida, geboren am 10. Januar 1924 in San Sebastián (Donostia) im spanischen Baskenland und dort am 19. August 2002 gestorben, zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Nachkriegszeit. Seine Skulpturen aus geschmiedetem Eisen, Stahl, Alabaster, Beton und Schamotte kreisen um Raum, Leere und Grenze. Im deutschsprachigen Raum war er früh präsent: auf der documenta in Kassel, in Kunsthallen und Museen von Bern bis Hannover, mit Skulpturen im öffentlichen Raum in Münster und Berlin. Zugleich schuf er ab 1959 ein umfangreiches druckgrafisches Werk – Radierungen, Aquatinten, Holzschnitte, Lithografien und Künstlerbücher –, dessen maßgebliches Werkverzeichnis in Mainz erschienen ist.
Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt Chillidas Werk und bietet seine Originaldrucke an, sobald gute Abzüge verfügbar sind – ausgewählt nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung. Derzeit befindet sich ein Holzschnitt von 1974 im Bestand, herausgegeben zum zehnjährigen Bestehen der Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence; das Blatt ist reserviert. Über neue Eingänge informiert Sie die Schaltfläche „Künstler folgen“.
Chillida, Sohn von Pedro Chillida und der Sopranistin Carmen Juantegui, stand in der Saison 1942/43 als Torwart bei Real Sociedad im Tor, bis eine schwere Knieverletzung die Laufbahn beendete. Ab 1943 studierte er in Madrid Architektur, brach 1947 ab und zeichnete am Círculo de Bellas Artes. 1948 ging er mit einem Stipendium an die Cité Internationale Universitaire nach Paris, freundete sich mit dem Maler Pablo Palazuelo an und arbeitete in Gips und Ton. 1949 stellte er im Salon de Mai aus, 1950 in der Gruppenausstellung Les Mains éblouies der Galerie Maeght, mit der er fortan verbunden blieb. Im selben Jahr heiratete er Pilar Belzunce.
1951 kehrte Chillida ins Baskenland zurück, ließ sich in Hernani nieder und lernte bei einem Dorfschmied das Schmieden. 1954 entstanden die vier Türen der Basilika von Arantzazu, im selben Jahr hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galería Clan in Madrid. Schon 1955 zeigte ihn die Kunsthalle Bern, 1956 folgte die erste Pariser Einzelausstellung bei Maeght. 1958 erhielt er den Großen Internationalen Preis für Skulptur der XXIX. Biennale di Venezia. 1959 nahm er an der documenta II teil, schuf seine ersten Arbeiten in Holz und Stahl und seine ersten Radierungen; 1968 war er auf der 4. documenta vertreten. 1964 erhielt er den Carnegie-Preis in Pittsburgh. 1965 stellte die Kestner-Gesellschaft Hannover sein Werk aus; 1966 wurde er erster Träger des Wilhelm-Lehmbruck-Preises der Stadt Duisburg, und 1968 folgte eine Ausstellung im Kunstmuseum Basel.
Ein Schlüsselwerk entstand 1969 in der Schweiz: Für Martin Heideggers Text Die Kunst und der Raum schuf Chillida sieben Lithocollagen auf Japanpapier; das Buch erschien bei der Erker-Presse in St. Gallen. Der Titel gab 2017/18 einer großen Ausstellung im Guggenheim Bilbao ihren Namen. 1972 widmete das Ulmer Museum seiner Druckgrafik eine Ausstellung; für die Olympischen Spiele München 1972 entwarf er zudem ein Plakat (Edition Olympia). Es folgten Ausstellungen in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden (1978) und bei Beyeler in Basel (1982), Retrospektiven in Houston (1966) und im Guggenheim Museum New York (1980) sowie der Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung Basel. 1977 entstand in San Sebastián der Peine del Viento mit dem Architekten Luis Peña Ganchegui. 1985 erhielt er den Goslarer Kaiserring und den Wolf-Preis. Zudem wurde er Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste.
Mitte der 1980er-Jahre entwickelte Chillida die Gravitaciones, geschnittene, an Fäden hängende Papierarbeiten ohne Leim. 1987 erhielt er den Prinz-von-Asturien-Preis, 1991 das Praemium Imperiale. 1989 zeigten das Kunstmuseum Bonn und das Westfälische Landesmuseum in Münster Zeichnungen und Skulpturen 1948–1989, 1991 die Kunsthalle Basel Außenskulpturen, 1993 die Schirn Kunsthalle Frankfurt und 1996 das Museum Würth in Künzelsau sein Werk. 1993 wurde im Rathausinnenhof von Münster Toleranz durch Dialog aufgestellt, zwei sich gegenüberstehende Stahlskulpturen zum Gedenken an den Westfälischen Frieden; seit 2000 steht die rostige Stahlskulptur Berlin vor dem Bundeskanzleramt. Im selben Jahr eröffnete er den Skulpturenpark Chillida-Leku in Hernani, wo er begraben ist; seit 2019 ist das Museum mit Unterstützung von Hauser & Wirth (Zürich) wieder geöffnet. Nach seinem Tod zeigte das Museum Wiesbaden 2018/19 die erste deutsche Retrospektive seit seinem Tod (121 Werke), 2023 die Kunsthalle Krems die erste umfassende Einzelausstellung in Österreich.
Chillidas Blätter sind fast immer schwarz-weiß: kompakte, ineinandergreifende Formen, die an geschmiedetes Eisen erinnern. Er arbeitete in Tiefdruck (Radierung, Aquatinta, teils mit Prägung oder Chine collé), im Holzschnitt und in der Lithografie. Hauptverleger war Maeght in Paris; gedruckt wurde im Atelier Maeght, bei Morsang und bei Arte. Zu den Künstlerbüchern gehören neben dem Heidegger-Band Jorge Guilléns Más allá (Maeght, 1973) mit 16 Holzschnitten in 150 Exemplaren. Spätere Platten druckte die Werkstatt Taller Hatz seines Sohnes Ignacio Chillida in San Sebastián, etwa für Polígrafa in Barcelona.
Maßgeblich ist das Werkverzeichnis von Martin van der Koelen: Eduardo Chillida. Opus P. Werkverzeichnis der Druckgraphik, dreisprachig, Chorus-Verlag, Mainz/München, Bd. I (1959–1972, 1999), Bd. II (1973–1985, 1997), Bd. III (1986–1996, 1996). Jedes Blatt trägt eine fünfstellige Nummer, deren erste zwei Ziffern das Jahr angeben: „van der Koelen 72002“ ist der Holzschnitt Zur II von 1972, die Lithocollagen zu Heidegger tragen die Nummern 69027–69034.
Auflage. Maeght-Radierungen und -Holzschnitte erschienen meist in 50 nummerierten Exemplaren, dazu einige Künstlerabzüge; Bücher in höherer Auflage. Mehr unter Der Druck.
Signatur. Auflagenabzüge sind mit Bleistift signiert und nummeriert, Buchtafeln nur im Impressum. Siehe Die Unterschrift.
Papier und Ränder. Radierungen häufig auf Arches-Velin, Holzschnitte auf handgeschöpftem Auvergne-Papier mit Wasserzeichen; die breiten weißen Ränder gehören zur Komposition.
Werkverzeichnis. Lassen Sie sich die Nummer nach van der Koelen nennen; die Holzschnitte von 1974 stehen in Band II.
Erhaltung. Große schwarze Flächen zeigen Reibspuren, Knicke und Flecken; ältere Papiere können gebräunt sein. Eine konservatorische Rahmung ist ratsam.
Fallstricke. Unsignierte Lithografien aus der Zeitschrift Derrière le miroir, Ausstellungsplakate, das Münchner Olympia-Plakat und Reproduktionen „nach“ Chillida sind keine signierten Auflagendrucke. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität.
Le Coin des Arts wählt Chillidas Grafik nach Druckqualität und Erhaltung aus. Verwandte Positionen: Max Bill, Fritz Wotruba, Bernhard Heiliger, Antoni Tàpies und Joan Miró. Siehe auch Zeitgenössische Kunst, Radierungen und Lithografien und illustrierte Bücher.
Martin van der Koelen, Eduardo Chillida. Opus P. Werkverzeichnis der Druckgraphik, 3 Bde., Chorus-Verlag, Mainz/München, 1996–1999 · Martin Heidegger, Eduardo Chillida, Die Kunst und der Raum, Erker-Presse, St. Gallen, 1969 · Museum Wiesbaden – Eduardo Chillida (2018/19) · Kunsthalle Krems – Eduardo Chillida (2023) · Lehmbruck Museum – Wilhelm-Lehmbruck-Preis · Guggenheim Museum Bilbao – Eduardo Chillida
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