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Antoni TAPIES

(1923-2012)

Lithografie in Schwarz, Siena und Rot (Farblithographie) - Antoni  TAPIES

TAPIES Antoni

Lithografie in Schwarz, Siena und Rot, 1963

Farblithographie LCD7584

1 600.00€

1
Hommage à Picasso (Farblithographie) - Antoni  TAPIES

TAPIES Antoni

Hommage à Picasso, 1973

Farblithographie LCD2363

1 800.00€

5
Memòria Personal (Plakat) - Antoni  TAPIES

TAPIES Antoni

Memòria Personal, 1988

Plakat AF95

150.00€

1
Verkauft
Lithografie in Schwarz, Grau und Siena (Farblithographie) - Antoni  TAPIES

TAPIES Antoni

Lithografie in Schwarz, Grau und Siena, 1966

Farblithographie LCD7585

Verkauft

1

Autoportrait d'Antoni Tapiès vers 1945-1947 - CC BY-SA 4.0, Fundació Antoni Tàpies, Barcelona

Antoni TAPIES

Biographie

Antoni Tàpies – Biografie, Lithografien und Originalgrafik

Antoni Tàpies, geboren am 13. Dezember 1923 in Barcelona und gestorben am 6. Februar 2012 ebendort, gehört zu den wichtigsten Vertretern des europäischen Informel. Seine Materiebilder aus Sand, Marmorstaub, Firnis und Alltagsgegenständen, durchzogen von Kreuzen, Buchstaben, Fußspuren und Kritzeleien, wirken wie Mauern, auf denen Zeit und Geschichte Spuren hinterlassen haben. Mitbegründer der Zeitschrift Dau al Set (1948), Teilnehmer der documenta II und III in Kassel und Träger des Goldenen Löwen der Biennale von Venedig 1993, hinterließ Tàpies zudem ein umfangreiches druckgrafisches Werk aus Lithografien, Radierungen, Siebdrucken und Künstlerbüchern – ein bedeutender Teil davon entstand in St. Gallen.

Le Coin des Arts bietet derzeit Original-Lithografien von Antoni Tàpies an, ausgewählt nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung: die Lithographie en noir, terre de Sienne et rouge (1963), mit Bleistift signiert und aus einer Auflage von 150 Exemplaren nummeriert, gedruckt von der Erker-Presse St. Gallen und bei Galfetti unter Nr. 47 verzeichnet; sowie ein Blatt aus der Mappe Hommage à Picasso (1973) des Berliner Propyläen-Verlags. Hinzu kommt das Plakat Memòria Personal (1988) – ein Zeitdokument, jedoch keine Originalgrafik.

Krankheit, Jurastudium und Dau al Set in Barcelona

Der Enkel von Francesc Puig i Alfonso fand während einer schweren Lungenerkrankung (1940–1942) zum Zeichnen und Malen. Anschließend studierte er Jura (1943–1946), brach das Studium jedoch zugunsten der Kunst ab und besuchte nur kurz die Zeichenakademie von Nolasc Valls. Weitgehend Autodidakt, experimentierte er früh mit Collage, Kratztechnik und Materialien wie Schnur, Reis, Erde und Draht. 1948 gründete er mit dem Dichter Joan Brossa, den Malern Joan Ponç und Modest Cuixart, dem Philosophen Arnau Puig und Joan-Josep Tharrats die Zeitschrift Dau al Set, ein vom Surrealismus, von Miró und Klee geprägtes Forum der Avantgarde im Spanien Francos. Ende der 1940er Jahre entstanden in der Werkstatt von Enric Tormo seine ersten Radierungen.

Durchbruch: Paris, Venedig und die documenta (1950–1959)

Nach der ersten Einzelausstellung 1950 in den Galeries Laietanes in Barcelona verbrachte er mit einem Stipendium der französischen Regierung mehrere Monate in Paris. 1953 wurde er auf der II. Biennale von São Paulo ausgezeichnet und stellte erstmals in den USA aus. 1954 heiratete er Teresa Barba Fàbregas und nahm an der Biennale von Venedig teil. 1955 waren seine Materiebilder erstmals in Paris zu sehen, wo er dem Kritiker Michel Tapié begegnete. 1957 zeigte die Galerie Schmela in Düsseldorf seine erste Einzelausstellung in Deutschland. 1958 folgten der erste Preis des Carnegie Institute in Pittsburgh und der UNESCO-Preis in Venedig, 1959 die Teilnahme an der documenta II in Kassel; 1964 war er auch auf der documenta III vertreten.

Retrospektiven im deutschsprachigen Raum (1962–1993)

Seine ersten Retrospektiven fanden 1962 statt: in der Kestner-Gesellschaft Hannover, im Kunsthaus Zürich und im Guggenheim Museum in New York. 1963 stellte die Galerie im Erker in St. Gallen aus, 1967 das Kunstmuseum St. Gallen, 1968 das Museum des 20. Jahrhunderts in Wien, der Kunstverein in Hamburg und der Kölnische Kunstverein. Es folgten unter anderem die Kunsthalle Bremen und die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (1977/78), die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf (1989) und die Schirn Kunsthalle Frankfurt (1991). In Basel zeigte ihn die Galerie Beyeler 1975, in Zürich über Jahrzehnte die Galerie Maeght, später Lelong. Zu seinen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum zählen der Rubenspreis der Stadt Siegen (1972), die Ehrenmitgliedschaft der Akademie der Künste Berlin (1979) und der Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung Basel (1984).

Engagement, Fundació und Goldener Löwe (1963–2012)

1963 bezog Tàpies das von José Antonio Coderch entworfene Atelierhaus in Barcelona. Als Gegner des Franco-Regimes nahm er 1966 an der Caputxinada teil, einer geheimen Studentenversammlung im Kapuzinerkloster von Sarrià, und wurde verhaftet und mit einer Geldstrafe belegt. Er schrieb La pràctica de l’art (1970) und die Erinnerungen Memòria personal. 1984 gründete er die Fundació Antoni Tàpies, die 1990 im ehemaligen Verlagshaus Montaner i Simon eröffnete; im selben Jahr widmete ihm das Museo Reina Sofía in Madrid eine Retrospektive. 1993 erhielt er für die Installation Rinzen den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. 2010 wurde er zum Marqués de Tàpies erhoben; er starb 2012 in Barcelona im Alter von 88 Jahren.

Das druckgrafische Werk: Erker, Maeght, Polígrafa und das Werkverzeichnis Galfetti

Nach den ersten Radierungen von 1947 widmete sich Tàpies der Druckgrafik erst ab Ende der 1950er Jahre regelmäßig, angeregt von seinen Verlegern: der Sala Gaspar und den Ediciones Polígrafa in Barcelona, der Erker-Galerie mit ihrer Presse und ihrem Verlag in St. Gallen, Maeght und später Lelong in Paris sowie der Galeria Toni Tàpies. Er arbeitete in Lithografie, Radierung und Aquatinta, Siebdruck, Monotypie und Collage und behandelte die Kupferplatte, wie er sagte, wie ein Stück Karton oder Papier; Prägungen und Reliefs verleihen vielen Blättern eine fast körperliche Präsenz. Die Mappe Hommage à Picasso des Propyläen-Verlags wurde laut MoMA bei der Imprimerie Arte in Paris gedruckt. Seine Künstlerbücher entstanden mit Joan Brossa, Rafael Alberti, Octavio Paz, Yves Bonnefoy, José Saramago und Edmond Jabès.

Maßgeblich ist das Werkverzeichnis von Mariuccia Galfetti: Tàpies. Das graphische Werk / L’œuvre gravé 1947–1972, erschienen 1975 im Erker-Verlag, St. Gallen (spanische Ausgabe Gustavo Gili, Barcelona, 1973), fortgesetzt mit Obra gráfica 1973–1978 (Gustavo Gili, 1980) und Obra gráfica 1979–1986 zusammen mit Núria Homs. Die Nummerierung läuft durch: „Galfetti 47“ bezeichnet die Katalognummer 47.

Eine Originalgrafik von Antoni Tàpies kaufen

Auflage und Nummerierung. Die Auflagen reichen meist von einigen Dutzend bis etwa 150 Exemplaren, teils mit römisch nummerierter Vorzugsreihe; die Mappe Hommage à Picasso erschien in 90 arabisch und 30 römisch nummerierten Exemplaren. Vergleichen Sie die Auflage mit dem Werkverzeichnis.

Signatur. Verlegte Blätter sind in der Regel mit Bleistift signiert und handschriftlich nummeriert; eine im Stein gedruckte Signatur ersetzt dies nicht. Siehe die Unterschrift.

Papier und Ränder. Prägung und Relief prüft man im Streiflicht; die Ränder sollten vollständig sein.

Werkverzeichnis. Fragen Sie nach der Galfetti-Nummer; bei späteren Blättern identifizieren Drucker und Verleger das Werk.

Erhaltung. Lichtränder, Knicke, Stockflecken und alte Montierungsspuren sind häufig; matte Schwarz- und Erdtöne vertragen sichtbare Restaurierungen schlecht.

Provenienz. Blätter aus Mappenwerken (Erker, Propyläen) oder Büchern sind legitim, sofern sie als solche ausgewiesen sind.

Fallstricke. Ausstellungsplakate und Offset-Reproduktionen sind keine Originaldrucke; unsignierte Tafeln aus Derrière le miroir bilden eine eigene, bescheidenere Kategorie. Mehr unter Authentizität und Rahmen.

Le Coin des Arts wählt jede Grafik von Antoni Tàpies einzeln aus. Verwandte Positionen finden Sie bei Joan Miró, Eduardo Chillida, Ernst Wilhelm Nay, Hans Hartung und Horst Antes sowie in den Rubriken zeitgenössische Kunst und Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Mariuccia Galfetti, Tàpies. Das graphische Werk / L’œuvre gravé 1947–1972, Erker-Verlag, St. Gallen, 1975 · Mariuccia Galfetti, Tàpies. Obra gráfica 1973–1978, Gustavo Gili, 1980 · Mariuccia Galfetti und Núria Homs, Tàpies. Obra gráfica 1979–1986, Gustavo Gili · Fundació Antoni Tàpies – Galfetti, Das graphische Werk · Fundació Antoni Tàpies – Biografie · Waddington Custot – Ausstellungsverzeichnis · MoMA – Hommage à Picasso · MACBA – Antoni Tàpies

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