(1921-2012)
Portrait de Georges Mathieu par Barbara Niggl Radloff, 1961 - Aus dem Archiv des Münchner Stadtmuseums, Sammlung Fotografie, Archiv Barbara Niggl Radloff, Inventarnr. FM-2019/1.6.4.47 CC BY-SA 4.0
Georges Mathieu (geboren am 27. Januar 1921 in Boulogne-sur-Mer, gestorben am 10. Juni 2012 in Boulogne-Billancourt) war der Maler, der der Lyrischen Abstraktion ihren Namen gab – der gestischen, kalligrafischen Gegenposition zur geometrischen Abstraktion im Paris der Nachkriegszeit. Er malte riesige Leinwände vor Publikum, in rasantem Tempo und unter Titeln aus der französischen Geschichte, und trug die Abstraktion in den Alltag: Plakate, Porzellan, Tapisserien, Medaillen und die französische Zehn-Franc-Münze von 1974. Seine Druckgrafik, vor allem Lithografien, überträgt diese schnelle Zeichenschrift auf das Papier.
Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk von Georges Mathieu und bietet seine Originalgrafik an, sobald gute Blätter verfügbar sind. Derzeit führt sie ein einziges Stück: das Plakat zu seiner Ausstellung in der Galerie Jacques Dubourg, Paris, 1961 – ein zeitgenössisches Dokument, keine Originalgrafik. Über neue Arbeiten informiert Sie die Schaltfläche „Künstler folgen“.
Georges Victor Adolphe Mathieu d’Escaudœuvres, Sohn eines Bankiers, besuchte Schulen in Boulogne-sur-Mer und das Lycée Hoche in Versailles. Er studierte Englisch und Rechtswissenschaft in Lille und unterrichtete ab 1942 Englisch in Douai. Eine künstlerische Ausbildung hatte er nicht. Seine ersten Ölbilder entstanden 1942; 1946 zeigte er erstmals abstrakte Bilder im Pariser Salon des moins de trente ans. Das Centre Pompidou bewahrt Frotissance aus diesem Jahr.
Seit 1947 in Paris, stellte Mathieu im Salon des Réalités Nouvelles aus. Am 16. Dezember 1947 beteiligte er sich an einer Gruppenausstellung von vierzehn Malern in der Galerie du Luxembourg, die ursprünglich „Vers l’abstraction lyrique“ heißen sollte und als „L’Imaginaire“ eröffnete. 1948 organisierte er mit Camille Bryen und dem Kritiker Michel Tapié in der Galerie Colette Allendy die Ausstellung „H.W.P.S.M.T.B.“, benannt nach den Initialen von Hans Hartung – dem in Leipzig geborenen Wahlpariser –, Wols, Picabia, Stahly, Mathieu, Tapié und Bryen. 1951 folgte „Véhémences confrontées“ in der Galerie Nina Dausset, die die Pariser Maler mit Pollock und de Kooning konfrontierte. Sein erstes monumentales Bild, Hommage au maréchal de Turenne, entstand am 19. Januar 1952 und befindet sich heute im Musée national d’art moderne; im selben Jahr zeigte ihn die Stable Gallery in New York.
Am 25. April 1954 malte Mathieu La Bataille de Bouvines, das erste seiner „Schlachtenbilder“. Am 10. Oktober 1954 schuf er vor dem Haus des Galeristen Jean Larcade in Saint-Germain-en-Laye öffentlich Les Capétiens partout ! (295 × 600 cm) – in einer Stunde und zwanzig Minuten, direkt aus der Tube und ohne Vorzeichnung. 1956 malte er im Pariser Théâtre Sarah-Bernhardt vor rund 2000 Zuschauern ein 4 × 12 Meter großes Bild und in London La Bataille de Hastings. 1957 folgten Ausstellungen und öffentliche Malaktionen in Tokio und Osaka.
Im deutschsprachigen Raum fand Mathieu früh ein Publikum. Laut seiner Ausstellungschronologie zeigte ihn 1958 die Galerie Schmela in Düsseldorf, im selben Jahr stellte er in Zürich bei Chichio Haller, im Kunstmuseum Basel und in Ascona aus. 1959 folgten der Kölnische Kunstverein und das Museum Haus Lange in Krefeld, in der Schweiz das Musée des Beaux-Arts in Neuenburg und das Musée de l’Athénée in Genf; in der Kunsthalle Basel war er zusammen mit Karel Appel, Mattia Moreni und Jean-Paul Riopelle zu sehen. Im selben Jahr war Mathieu auf der documenta II in Kassel vertreten, die vom 11. Juli bis 1. Oktober 1959 die internationale Kunst nach 1945 versammelte. In Paris malte er 1959 Le Massacre de la Saint-Barthélemy in weniger als einer halben Stunde, begleitet vom Jazzschlagzeuger Kenny Clarke.
Nach der Ausstellung in der Galerie Jacques Dubourg (1961) richtete ihm das Musée d’Art moderne de la Ville de Paris 1963 eine große Retrospektive aus; 1965 zeigte die Galerie Charpentier rund hundert Gemälde, 1965 auch die Galerie Gimpel & Hanover in Zürich, 1967 erneut der Kölnische Kunstverein. Mathieu entwarf eine Gobelins-Tapisserie für den französischen Pavillon der Expo 67 in Montreal, Dekore für die Manufaktur von Sèvres und 1967 eine Serie von Plakaten für Air France, darunter eines für Deutschland. Am 31. Juli 1974 wurde sein Entwurf für die Zehn-Franc-Münze aus 342 Vorschlägen ausgewählt. 1975 in die Académie des Beaux-Arts gewählt, wurde er am 28. Januar 1976 feierlich aufgenommen. Die Galerie Lauter in Mannheim zeigte 1980 eine Retrospektive mit über sechzig Werken von 1944 bis 1979; 1996 hielt er einen Vortrag an der Universität Heidelberg. Mathieu starb am 10. Juni 2012 in Boulogne-Billancourt. Nach der Retrospektive in der Galerie nationale du Jeu de Paume (2002) zeigten ihn das Long Museum in Shanghai (2024) und die Monnaie de Paris gemeinsam mit dem Centre Pompidou (11. April bis 7. September 2025).
Mathieus Druckgrafik konzentriert sich auf die Lithografie, die das Tempo seiner Linie bewahrt: Schwünge, Haken und Spritzer auf hellem oder farbig gesättigtem Grund. Gedruckt wurde in führenden Pariser Werkstätten, darunter das Atelier Mourlot, meist auf Arches- oder Rives-Velin. Neben den signierten und nummerierten Auflagen steht eine umfangreiche Produktion von Plakaten: Ausstellungsplakate (Galerie Jacques Dubourg 1961, Galerie Charpentier 1965) und die gesuchte Air-France-Serie von 1967. Manche frühen Plakate sind lithografisch gedruckt, tragen aber eine gedruckte Signatur und erschienen in großer Stückzahl – sie sind keine Originaldrucke.
Ein veröffentlichtes Werkverzeichnis der Druckgrafik gibt es bislang nicht; eine Lithografie lässt sich daher nicht mit einer Katalognummer zitieren. Das Comité Georges Mathieu, 2014 von Édouard Lombard als Inhaber der Urheberpersönlichkeitsrechte gegründet, stellt als einzige autorisierte Instanz Echtheitszertifikate aus und bereitet ein Werkverzeichnis vor. Datum, Drucker, Auflage und Provenienz übernehmen so die Rolle der Katalognummer.
Auflage und Nummerierung. Signierte Lithografien sind in der Regel unten links von Hand nummeriert; Künstlerabzüge tragen den Vermerk „E.A.“. Siehe der Druck.
Signatur. Mathieu signierte mit Bleistift unten rechts, oft mit Datum. Eine im Stein oder im Druck wiedergegebene Signatur ist keine Handsignatur. Siehe die Unterschrift.
Papier und Ränder. Arches- oder Rives-Velin mit vollen Rändern ist der Standard; beschnittene oder lichtgeschädigte Blätter verlieren deutlich an Wert.
Werkverzeichnis. Ohne Katalog der Druckgrafik verlangen Sie eine genaue Beschreibung – Datum, Technik, Drucker, Auflage – und wenden sich bei bedeutenden Blättern an das Comité Georges Mathieu.
Zustand und Provenienz. Achten Sie auf Knicke, Stockflecken und Verblassen, das auf leuchtenden Fonds schnell sichtbar wird; eine Herkunft aus einer zeitgenössischen Galerie ist ein Vorteil.
Fallstricke. Ausstellungs- und Air-France-Plakate werden oft als „Originallithografien“ angeboten – es sind Plakate. Auch neuere Offset-Reproduktionen sind im Umlauf. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität, Hinweise zur Präsentation unter Rahmen.
Die Galerie wählt Mathieus Arbeiten im Dialog mit Künstlern aus, mit denen er ausgestellt hat: Camille Bryen, Hans Hartung, Jean-Paul Riopelle, Karel Appel, dazu Ernst Wilhelm Nay als deutscher Zeitgenosse der gestischen Abstraktion. Entdecken Sie auch die Schule von Paris und Lyrische Abstraktion sowie unsere Radierungen und Lithografien.
Georges Mathieu, Le Privilège d’être, 1967 · Antrittsrede von Georges Mathieu, Académie des Beaux-Arts, 28. Januar 1976 · documenta – II. documenta 1959 · Ketterer Kunst – Georges Mathieu · Centre Pompidou – Les Capétiens partout ! · Comité Georges Mathieu · Templon – Chronologie Georges Mathieu · Centre Pompidou – Georges Mathieu
Sichere Zahlung
3DSecure 2.2
Kostenloser DHL Express-Versand ab 1200 €
Sorgfältig vorbereitetes Paket
Verfolgung des Pakets
Versand versichert
für den Wert des Kunstwerks, einschließlich Deckung gegen Diebstahl und Beschädigungen
Die fairsten Preise
Zertifikat der Echtheit
Zwei Galerien in Paris
Erhalten Sie eine E-Mail, sobald ein neues Werk dieses Künstlers hinzugefügt wird
Ihre Anfrage wurde gesendet! Wir werden Ihnen so schnell wie möglich antworten.
Sie möchten den Verkaufspreis erfahren, weitere Bilder erhalten oder Einzelheiten über das Kunstwerk erfahren.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten dann eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen Ihres Passworts.
Sie können jetzt Bestellungen aufgeben und Ihre Bestellungen verfolgen.
Um Ihre Wunschliste zu speichern, können Sie sich anmelden oder ein Konto erstellen :
Es handelt sich um eine 100% maßgefertigte Rahmung, die sorgfältig von einem professionellen Rahmenmacher gefertigt wird. Die Ausführungen sind in heller Eiche, weißem Holz oder schwarzem Holz erhältlich, mit oder ohne Passepartout und Plexiglas. Die Lieferzeiten können je nach Bestellung variieren, mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Tagen.
Diese Option wird Ihnen im Warenkorb-Schritt angeboten.