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Adolph GOTTLIEB

(1903-1974)

Adolph GOTTLIEB

Biographie

Adolph Gottlieb – Biografie, Siebdrucke und Originalgrafik

Adolph Gottlieb (geboren am 14. März 1903 in New York, gestorben am 4. März 1974 in New York) zählt zu den Begründern des amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Gemeinsam mit Mark Rothko formulierte er 1943 die Grundsätze der neuen Malerei; seine Pictographs, die Imaginary Landscapes und vor allem die Bursts – eine schwebende Scheibe über einer explodierenden Form – machen ihn zu einem frühen Vertreter der Farbfeldmalerei. In Deutschland war er bereits 1959 auf der documenta II in Kassel zu sehen. Sein druckgrafisches Werk umfasst zwei Phasen: rund vierzig frühe Radierungen aus den Jahren 1933 bis 1947 und, ab 1966, farbstarke Siebdrucke und Lithografien, verlegt von Marlborough Graphics in New York.

Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk Adolph Gottliebs und bietet seine Originalgrafik an, sobald sich gute Exemplare finden – ausgewählt nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung. Derzeit ist kein Blatt verfügbar; über Neuzugänge informiert Sie die Funktion „Künstler folgen“.

Lehrjahre in New York und eine Reise durch Mitteleuropa

Gottlieb wächst an der East 10th Street in Manhattan auf, als ältester Sohn eines Papiergroßhändlers. 1920 verlässt er die Highschool und besucht Abendkurse an der Art Students League bei John Sloan; auch Vorträge von Robert Henri hört er. 1921 arbeitet er sich als Achtzehnjähriger auf einem Schiff nach Europa. In Paris zeichnet er an der Académie de la Grande Chaumière und geht fast täglich in den Louvre. 1922 besucht er Museen und Galerien in Berlin, München, Dresden, Wien und Prag; in Berlin trifft er seine Mutter, mit der er von Hamburg aus heimreist. Zurück an der Art Students League lernt er 1923/24 Barnett Newman und John Graham kennen, die ihm lebenslang verbunden bleiben, 1928/29 in der Opportunity Gallery Milton Avery und Mark Rothko.

The Ten, Arizona und die Pictographs (1930–1945)

Die erste Einzelausstellung eröffnet am 1. Mai 1930 in der Dudensing Gallery. 1932 heiratet er Esther Dick. 1933 ändert er die Schreibweise seines Vornamens von „Adolf“ in „Adolph“ – eine Reaktion auf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. 1935 schließt er sich der Gruppe The Ten an, arbeitet für die WPA und malt 1939 ein Wandbild für das Postamt in Yerington (Nevada). Ab Oktober 1937 lebt das Paar rund acht Monate in der Wüste bei Tucson (Arizona). 1941 entstehen die ersten Pictographs: unregelmäßige Raster, deren Felder Augen, Profile, Fische und Zeichen enthalten. Am 13. Juni 1943 veröffentlichen Gottlieb und Rothko ihren gemeinsamen Brief in der New York Times, ein frühes Manifest der New York School.

Imaginary Landscapes, Bursts und die Rezeption in Europa (1946–1962)

Ab 1946 vertritt ihn Samuel Kootz; 1950 führt Gottlieb den Protest gegen die Jury des Metropolitan Museum an, der die Gruppe als „Irascibles“ bekannt macht. 1951 beginnt er die Imaginary Landscapes, um 1956/57 die Bursts. Europa lernt ihn über die Wanderausstellung Die Neue Amerikanische Malerei kennen, die 1958 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin Station macht; 1959 folgt die Teilnahme an der documenta II in Kassel, 1962 die Ausstellung Abstrakte Amerikanische Malerei im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Im selben Jahr 1959 zeigt die Pariser Galerie Rive Droite Gottlieb: École de New York, und Lawrence Alloway richtet ihm im Londoner Institute of Contemporary Arts eine Übersicht aus.

Späte Anerkennung: São Paulo, New York, Zürich (1963–1974)

Nach einem Herzinfarkt im Dezember 1962 erhält er 1963 als erster US-Künstler den Großen Preis der VII. Biennale von São Paulo. 1964 wechselt er zu Marlborough; 1971 zeigen Marlborough Fine Art in London und die Marlborough Galerie in Zürich Adolph Gottlieb: Paintings 1959–1971. Am 13. Februar 1968 eröffnen das Guggenheim Museum und das Whitney Museum eine gemeinsame Retrospektive – ein in der Geschichte beider Häuser einmaliger Fall. Ein Schlaganfall, laut Gottlieb Foundation 1971, lähmt seine linke Körperhälfte; dennoch malt er weiter. Sein letztes Werk ist eine Monotypie vom Februar 1974. Postum widmeten ihm unter anderem die Galerie Wentzel in Köln (1984), ACA Galleries in München (1995 und 1998) und das Von der Heydt-Museum Wuppertal (2001, als Station einer Retrospektive aus Valencia und Madrid) Ausstellungen.

Das druckgrafische Werk: Radierungen und Siebdrucke

Nach Angaben der Gottlieb Foundation kauft der Künstler 1933 eine gebrauchte Druckpresse und druckt bis 1947 zu Hause in Brooklyn. Aus dieser Zeit sind etwa 40 Motive bekannt, überwiegend Radierungen: Sie zeigen den Weg von stilisierter Figuration über den Surrealismus bis zu den Pictographs. In winzigen Auflagen, teils handkoloriert, sind sie heute selten. 1966 nimmt Gottlieb die Druckgrafik wieder auf, nun mit Marlborough Graphics in New York: farbige Siebdrucke und einige Lithografien, etwa Lemon Yellow Ground (Lithografie, 1966, Auflage 50), Rosy Mood (Siebdruck, 1967, Auflage 75), Blues on Green (1971) oder Chrome Green und Pink Ground (1972, je 150 Exemplare). Einige Blätter von 1972 tragen rückseitig den Stempel des Londoner Siebdruckateliers Kelpra Studio. Klare Scheiben und Balken in gesättigten Farben übertragen die Bursts unmittelbar ins Medium Druck.

Ein wissenschaftliches Werkverzeichnis der Grafik liegt bislang nicht vor. Auktionshäuser zitieren Adolph Gottlieb: The Complete Prints (New York, Associated American Artists, 1994, Text von Ian Harvey) mit 83 Nummern – daher Angaben wie „AAA 46“ (Rosy Mood) oder „AAA 77“ (Pink Ground). Für das Frühwerk gilt Adolph Gottlieb: Early Prints (Gottlieb Foundation, 2006), auf Grundlage der Forschungen von Richard S. Field.

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Werkverzeichnis. Die AAA-Nummer muss zu Titel, Datum, Technik und Format passen; mehrere Siebdrucke eines Jahres haben ähnliche Farben und Titel.

Auflage. Die Marlborough-Auflagen reichen von wenigen Exemplaren bis zu 150 oder 200, dazu Künstlerexemplare in römischen Ziffern und vereinzelt Druckerexemplare. Mehr unter Der Druck.

Signatur. Die Blätter sind in der Regel mit Bleistift signiert, datiert und nummeriert; die Datierung kann um ein Jahr vom Verzeichnis abweichen. Siehe Die Unterschrift.

Papier und Ränder. Häufig wurde auf Arches mit vollem Rand gedruckt. Große Farbflächen zeigen jeden Kratzer, Knick und Lichtrand – das Blatt im Streiflicht prüfen.

Unikate und Plakate. Monotypien und Gouachen sind Unikate und gehören nicht ins Grafikverzeichnis. Ausstellungsplakate und Offset-Reproduktionen sind keine Originalgrafik. Lesen Sie Was ist ein Originaldruck?

Provenienz. Verlags- oder Druckerstempel, eine Marlborough-Rechnung oder eine dokumentierte Sammlung erhöhen die Sicherheit. Siehe unsere Seiten zur Authentizität und zum Rahmen.

Wir zeigen Gottlieb im Dialog mit der Abstraktion der Nachkriegszeit: Ernst Wilhelm Nay, Hans Hartung, Josef Albers, Sam Francis und Pierre Soulages. Siehe auch Moderne Kunst und unsere Radierungen und Lithographien.

Quellen und Literatur

Adolph Gottlieb: The Complete Prints, Text von Ian Harvey, New York, Associated American Artists, 1994 · Adolph Gottlieb: Early Prints, New York, Adolph and Esther Gottlieb Foundation, 2006 · Adolph Gottlieb: Paintings 1959–1971, London/Zürich, Marlborough, 1971 · Sanford Hirsch, Adolph Gottlieb: Una retrospectiva / A Survey Exhibition, Valencia, IVAM, 2001 · Adolph and Esther Gottlieb Foundation · Gottlieb Foundation – Bibliografie und Ausstellungen · IVAM – Retrospektive 2001 (Valencia, Madrid, Wuppertal)

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