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Josef ALBERS

(1888-1976)

Homage to the Square : HG442:a (Siebdruck) - Josef ALBERS

ALBERS Josef

Homage to the Square : HG442:a, 1964

Siebdruck LCD8146

6 000.00€

Portrait de Josef Albers par John T. Hill, 1972 - CC BY-SA 4.0, Sirocco Screen-printing, North Haven, CT

Josef ALBERS

Biographie

Josef Albers – Biografie, Siebdrucke, Lithografien und Homage to the Square

Josef Albers (1888-1976) zählt zu den großen Meistern der geometrischen Abstraktion des 20. Jahrhunderts. Als Maler, Grafiker, Farbtheoretiker und Pädagoge trug er die Ideen des Bauhauses in die Vereinigten Staaten und widmete sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang einer scheinbar einfachen Frage: Warum verändert sich ein und dieselbe Farbe je nach den Farben, die sie umgeben? Mit seiner Serie Homage to the Square (Hommage an das Quadrat) und seinem Buch Interaction of Color (deutsch: Interaction of Color. Grundlegung einer Didaktik des Sehens) wurde er zum Bezugspunkt für Generationen von Künstlern, Designern und Farbgestaltern und zu einem Wegbereiter der Op-Art und des Minimalismus.

Die Galerie Le Coin des Arts in Paris bietet Originalgrafik von Josef Albers an, insbesondere Siebdrucke und Lithografien, die zu den vollendetsten Ausdrucksformen seiner Farbforschung gehören.

Von Bottrop ans Bauhaus

Josef Albers wird am 19. März 1888 in Bottrop im Ruhrgebiet geboren. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer (1905-1908) unterrichtet er mehrere Jahre in Westfalen und bildet sich zugleich künstlerisch weiter: an der Königlichen Kunstschule in Berlin (1913-1915), wo er die Prüfung als Kunsterzieher ablegt, und anschließend an der Kunstgewerbeschule Essen (1916-1919), wo er bei Johan Thorn Prikker die Glasmalerei erlernt.

1918 verwirklicht er seinen ersten öffentlichen Auftrag, das Kirchenfenster Rosa mystica ora pro nobis für eine Kirche in Bottrop. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Druckgrafiken, noch figurative Lithografien und Holzschnitte: Das Werkverzeichnis seiner Druckgrafik beginnt bereits 1915. Danach studiert er kurz an der Akademie der Bildenden Künste in München.

1920 tritt er mit zweiunddreißig Jahren in das Staatliche Bauhaus in Weimar ein, das Walter Gropius im Jahr zuvor gegründet hatte, um Kunst, Handwerk, Architektur und Gestaltung zu vereinen. Als Schüler im Vorkurs von Johannes Itten schafft er seine ersten abstrakten Arbeiten aus Glasscherben. 1922 wird er Lehrer, übernimmt 1923 die Werklehre im Vorkurs und wird 1925, mit dem Umzug der Schule nach Dessau, zum Bauhausmeister berufen. Im selben Jahr heiratet er Anni Albers, Studentin der Weberei, die zu einer der bedeutendsten Textilkünstlerinnen und Grafikerinnen des Jahrhunderts werden sollte. 1930 wird Albers stellvertretender Direktor unter Ludwig Mies van der Rohe. Er lehrt am Bauhaus bis zu dessen Schließung unter dem Druck der Nationalsozialisten im Jahr 1933.

Black Mountain College und Yale: ein legendärer Lehrer

Im November 1933 emigrieren Josef und Anni Albers in die Vereinigten Staaten: Sie werden an das neu gegründete Black Mountain College in North Carolina berufen, eine experimentelle Hochschule, an der Albers die Kunst ins Zentrum des Lehrplans stellt. Bis 1949 leitet er dort die Malereiklasse. Zu seinen Schülern gehören Robert Rauschenberg, Cy Twombly, Ruth Asawa, Ray Johnson und Susan Weil. Die regelmäßigen Reisen des Paares nach Mexiko ab den 1930er Jahren prägen nachhaltig sein Vokabular aus einfachen Formen und klaren Farben.

1950 übernimmt Albers die Leitung des Department of Design der Yale University School of Art in New Haven, die er bis 1958 innehat. Zu seinen Studenten zählen Eva Hesse, Richard Anuszkiewicz und Neil Welliver. Sein Unterricht beruht auf Erfahrung statt auf Theorie: erst „sehen“, dann wissen, vergleichen und mit farbigen Papieren arbeiten, um selbst festzustellen, dass die Wahrnehmung einer Farbe immer von ihrem Umfeld abhängt.

Diese Methode mündet 1963 in die Veröffentlichung von Interaction of Color bei Yale University Press. Die auf 2.000 Exemplare limitierte Erstausgabe enthält 150 Siebdrucktafeln. Immer wieder neu aufgelegt und übersetzt, gilt das Werk bis heute als Standardwerk der Farbenlehre in Kunsthochschulen und im Design.

Homage to the Square: Farbe als Erfahrung

Ab 1950 und bis zu seinem Lebensende widmet sich Albers der Serie, die ihn berühmt macht: Homage to the Square (Hommage an das Quadrat). Hunderte von Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken folgen demselben Schema: drei oder vier ineinandergesetzte Quadrate, nach genauen mathematischen Proportionen leicht nach unten versetzt. Da die Form gleich bleibt, verändert sich allein die Farbe, die so zum eigentlichen Thema wird: Je nach Nachbarschaft scheinen die Töne vor- oder zurückzutreten, heller oder dunkler zu werden, zu verschmelzen oder zu vibrieren.

Albers malt diese Werke auf Hartfaserplatten (Masonit), trägt die Farbe direkt aus der Tube mit dem Spachtel in dünnen, gleichmäßigen Schichten auf und notiert auf der Rückseite die verwendeten Farben. Diese fast wissenschaftliche Strenge dient jedoch einer zutiefst sinnlichen Erfahrung: „Farbe ist das relativste Medium der Kunst“, pflegte er zu sagen.

In den 1960er Jahren wird seine Forschung neben jener von Victor Vasarely als wichtige Quelle der Op-Art gewürdigt. 1971 widmet ihm das Metropolitan Museum of Art in New York eine Einzelausstellung – er ist der erste lebende Künstler, dem diese Ehre zuteilwird.

Josef Albers in Deutschland und der Schweiz

Auch nach seiner Emigration bleibt Albers dem deutschsprachigen Raum eng verbunden. Mitte der 1950er Jahre lehrt er als Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung Ulm, der Nachfolgeinstitution des Bauhausgedankens. Er nimmt an der documenta in Kassel teil, unter anderem an der ersten Ausgabe 1955 und an der documenta 4 im Jahr 1968.

Ab 1957 zeigen zahlreiche deutsche Museen seine Arbeiten: das Karl Ernst Osthaus-Museum in Hagen, Kassel und Ulm (1957), das Landesmuseum Münster und das Museum am Ostwall in Dortmund (1959), das Museum Folkwang in Essen (1963), dann die große Ausstellung des Westfälischen Landesmuseums in Münster 1968, die weiter nach Hannover (Kestner-Gesellschaft) und Bielefeld wandert, sowie die Hamburger Kunsthalle 1970. 1970 ernennt ihn seine Heimatstadt Bottrop zum Ehrenbürger.

In der Schweiz wird Albers vor allem in Zürich ausgestellt, wo er seit 1960 regelmäßig in Galerien zu sehen ist. 1973 präsentiert das Kunsthaus Zürich das Mappenwerk Formulation: Articulation, im selben Jahr zeigt ihn die Galerie Beyeler in Basel.

Die Druckgrafik von Josef Albers: ein Labor der Farbe

Die Druckgrafik von Josef Albers nimmt in seinem Schaffen einen zentralen Platz ein. Weit davon entfernt, sie als bloße Reproduktion seiner Gemälde zu betrachten, sieht Albers im Druck ein ideales Experimentierfeld: Er erlaubt vollkommen gleichmäßige Farbflächen ohne jede Spur der Hand und den präzisen Vergleich unzähliger Farbvarianten auf ein und derselben Struktur.

Sein grafisches Werk ist im Werkverzeichnis von Brenda Danilowitz erfasst, The Prints of Josef Albers: A Catalogue Raisonné, 1915-1976, das mehr als 240 Druckgrafiken und Mappenwerke verzeichnet. Jedes Blatt trägt eine Nummer, meist zitiert als „Danilowitz Nr.“ – die erste Angabe, die vor jedem Kauf zu prüfen ist.

Auf die Holz- und Linolschnitte der 1930er und 1940er Jahre, die überwiegend am Black Mountain College entstehen, folgen ab den 1960er Jahren die großen Farbserien im Siebdruck und in der Lithografie, gedruckt in den besten amerikanischen Werkstätten.

Die Siebdrucke von Josef Albers

Der Siebdruck ist Albers’ bevorzugte Technik: Die durch ein feines Sieb gedruckte Farbe bildet eine deckende, gleichmäßige Schicht, die seinen gemalten Farbflächen sehr nahekommt. Eng arbeitet er mit Norman Ives und Sewell Sillman zusammen, zwei ehemaligen Studenten aus Yale, deren Verlag Ives-Sillman mehrere seiner wichtigsten Mappenwerke herausgibt, gedruckt in North Haven, Connecticut.

Neben den Tafeln von Interaction of Color (1963) schafft Albers zahlreiche Siebdrucke der Serie Homage to the Square, als Einzelblätter oder in Mappen, sowie Folgen wie SP (1967). Sein letztes großes Projekt, Formulation: Articulation (1972), gemeinsam herausgegeben von Harry N. Abrams und Ives-Sillman, vereint in zwei Mappen 127 Siebdrucke auf 66 gefalteten Bögen – eine wahre Summe seines Lebenswerks.

Bei diesen großen Mappenwerken ist zu beachten, dass die Signatur des Künstlers in der Regel im Impressum der Mappe und nicht auf jedem einzelnen Blatt steht: Ein einzelnes Blatt aus Interaction of Color oder Formulation: Articulation ist daher unsigniert, was seinen Charakter als Originalgrafik nicht in Frage stellt.

Die Lithografien von Josef Albers

Die Lithografie eröffnet Albers andere Möglichkeiten: Transparenzen, Überlagerungen und weichere, samtigere Nuancen. 1963 schafft er im Tamarind Lithography Workshop in Los Angeles die Folge Day and Night, eine Mappe mit zehn Lithografien der Serie Homage to the Square, gedruckt von Kenneth Tyler; jede Farbfläche wurde nach dem Druck sorgfältig abgelöscht, um eine vollkommen matte Oberfläche zu erzielen.

Die Zusammenarbeit mit Kenneth Tyler setzt er bei Gemini G.E.L. in Los Angeles fort, wo 1966 die beiden Lithografie-Serien White Line Squares entstehen. Hier genügt eine schmale, ausgesparte Papierlinie zwischen zwei Quadraten, um die Wahrnehmung des Ganzen zu verändern – ein weiterer Beweis, dass Farbe nie für sich allein existiert.

Bottrop, New Haven und internationale Anerkennung

Seit 1939 amerikanischer Staatsbürger, lebt Josef Albers ab 1950 in Connecticut und arbeitet dort bis zu seinen letzten Tagen. 1971 gründet er gemeinsam mit Anni Albers die Josef and Anni Albers Foundation mit heutigem Sitz in Bethany, die das Werk des Paares bewahrt, erforscht und vermittelt.

Josef Albers stirbt am 25. März 1976 in New Haven. 1983 eröffnet seine Geburtsstadt das Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop, das einen bedeutenden Bestand an Gemälden und Druckgrafiken bewahrt. Seine Werke befinden sich heute in den großen öffentlichen Sammlungen der Welt, vom Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum in New York bis zum Centre Pompidou in Paris.

Einen Siebdruck oder eine Lithografie von Josef Albers sammeln

Die Originalgrafik von Josef Albers eröffnet einen Zugang zum Werk eines der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts – mit einem geschlossenen, sorgfältig dokumentierten und klar bestimmbaren Werkkomplex.

Bei der Prüfung eines Siebdrucks oder einer Lithografie von Josef Albers sind mehrere Punkte wichtig: die Technik, die Auflage, die Signatur mit Bleistift, die Nummer im Werkverzeichnis Danilowitz, die mögliche Zugehörigkeit zu einer Mappe, die Provenienz und der Erhaltungszustand. Bei Albers ist der Zustand entscheidend: Große Farbflächen zeigen jeden Fleck und jeden Kratzer, und die lichtempfindlichen Farben müssen ihre ursprüngliche Frische bewahrt haben.

Originalgrafik oder Reproduktion? Die Homage to the Square-Bilder gehören zu den am häufigsten reproduzierten Motiven der modernen Kunst: Ausstellungsplakate, Offsetdrucke und Buchabbildungen sind in großer Zahl im Umlauf. Ein Originaldruck entsteht unter der Kontrolle des Künstlers auf hochwertigem Papier und ist im Werkverzeichnis erfasst; ein Plakat trägt in der Regel einen Text und ist nicht nummeriert.

Die Galerie Le Coin des Arts wählt die Originalgrafik von Josef Albers mit besonderem Augenmerk auf Echtheit, Provenienz und Erhaltungszustand aus und berät Sammler bei der Wahl eines Werks, seiner Rahmung und Konservierung. Der versicherte Versand erfolgt nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

Quellen und Literatur

The Josef and Anni Albers Foundation, Bethany (Connecticut) · Josef Albers Museum Quadrat, Bottrop · Brenda Danilowitz, The Prints of Josef Albers: A Catalogue Raisonné, 1915-1976, Hudson Hills Press / The Josef and Anni Albers Foundation (überarbeitete Ausgabe, 2010) · Josef Albers, Interaction of Color, Yale University Press, 1963.

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