(1948)
Érik Desmazières, geboren 1948 in Rabat (Marokko), zählt zu den bedeutendsten französischen Radierern seiner Generation. Seit Anfang der 1970er Jahre entwirft er auf der Kupferplatte imaginäre Städte, labyrinthische Bibliotheken, Wunderkammern und Druckwerkstätten – in der Tradition von Callot, Piranesi, Bresdin und Méryon. Mehr als 250 Radierungen und Aquatinten, erfasst in einem mehrbändigen Werkverzeichnis, wurden unter anderem im Rembrandthaus in Amsterdam, im Musée Jenisch in Vevey und in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich gezeigt. Seit 2008 ist er Mitglied der Académie des beaux-arts; er lebt und arbeitet in Paris.
Die Galerie Le Coin des Arts verfolgt das Werk von Érik Desmazières und bietet seine Originaldrucke an, sobald sich gute Blätter finden – ausgewählt wie alle unsere Arbeiten nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung. Wer über neue Werke informiert werden möchte, klickt auf dieser Seite einfach auf „Künstler folgen“.
Als Sohn eines französischen Diplomaten wuchs Desmazières in Marokko, Portugal und Frankreich auf. Gezeichnet hat er seit seiner Kindheit, doch zunächst wählte er einen klassischen Weg: 1967 kam er nach Paris und schloss 1971 sein Studium am Institut d’études politiques ab. Noch im selben Jahr wandte er sich der Kunst zu und lernte bis 1973 in den Abendkursen der Stadt Paris bei dem Radierer Jean Delpech das Handwerk des Tiefdrucks – Kupfer, Säure, Presse.
Als Künstler versteht sich Desmazières seit 1972; ab 1973 stellte er in Gruppenausstellungen aus, ab 1974 auch allein, etwa in der Galerie Bernier in Paris. Frühe Blätter wie Les Roues (1974) zeigen Maschinen, befestigte Städte und visionäre Landschaften in miniaturhafter Präzision. In der Werkstatt Leblanc in der Rue Saint-Jacques lernte er den Kupferdrucker René Tazé kennen; als dieser im Frühjahr 1978 in der Rue Hittorf eine eigene Druckerei eröffnete, begann eine vierzigjährige Zusammenarbeit. Im selben Jahr erhielt Desmazières den Grand Prix des Arts de la Ville de Paris für Druckgrafik und stellte erstmals in New York aus. 1980 wurde er in die Société des peintres-graveurs français aufgenommen. Er illustrierte bibliophile Ausgaben, darunter Melvilles Benito Cereno (1980) und Heinrich von Kleists Das Erdbeben in Chili in französischer Fassung (1987).
Ab 1979 radierte Desmazières großformatige Ansichten der Werkstatt in der Rue Hittorf mit ihren Pressen und den zum Trocknen aufgehängten Abzügen – ein Motiv, das ihn bis in die 2020er Jahre begleitet. Es folgten Pariser Passagen (Galerie Véro-Dodat, 1989) und Interieurs (Intérieur à Pressy, 1991). 1997 entstand die Folge von Radierungen und Aquatinten zu Jorge Luis Borges’ Erzählung Die Bibliothek von Babel, zuerst als bibliophiles Buch in Paris erschienen. Seither sind Buch und Bibliothek sein großes Thema. Die Wunderkammer-Blätter der späten 1990er Jahre knüpfen an die Sammlungskultur der Kunst- und Naturalienkabinette an.
Das Rembrandthaus in Amsterdam widmete ihm 2004 eine Retrospektive mit neuen Amsterdamer Ansichten; es folgten das Musée Carnavalet in Paris (2006/07) und vom 15. Juni bis 9. September 2007 das Musée Jenisch in Vevey, dessen Cabinet cantonal des estampes die Ausstellung Les Lieux imaginaires mit Katalog zeigte. Weitere Stationen waren Florenz und Pisa (2008/09), Savannah und Montreal (2009/10). Am 9. April 2008 wurde Desmazières in die Sektion Druckgrafik der Académie des beaux-arts gewählt, auf den Sitz von Jean-Marie Granier; die feierliche Aufnahme folgte am 14. Oktober 2009. Vom 9. Oktober bis 18. November 2012 zeigte die Bibliothèque nationale de France seine Radierungen und Zeichnungen des Lesesaals Labrouste und der Magazine, die er einen „modernen Piranesi“ nannte. 2015 präsentierte die Graphische Sammlung ETH Zürich die Ausstellung Réflexions sur l’espace et le temps. Druckgraphik von Érik Desmazières; der Katalog, herausgegeben von Paul Tanner mit einem Text von Patrizia Solombrino, erschien im Michael Imhof Verlag in Petersberg.
Paris bleibt sein bevorzugter Schauplatz. Blätter wie Square d’Orléans, Paris (2005), Caprice vénitien (2010) oder La Lune en ses quartiers (2011) verbinden beobachtete Architektur mit erfundenen Bibliotheken und Sternwarten. 2013 gaben die Freunde der BnF die Folge Le Magasin central des imprimés in Auftrag: sieben Radierungen der stählernen Büchermagazine. Mit Patrick Mauriès veröffentlichte er 2012 Le Miroir des vanités, ein Buch erfundener Kuriositäten.
2016 stand Desmazières der Académie des beaux-arts als Präsident vor. Das Buch Dans l’atelier (5 Continents, 2019) dokumentiert die Zusammenarbeit mit Tazé von 1978 bis 2018: über 200 Radierungen und mindestens 20 000 Abzüge. Am 7. Oktober 2020 wählte ihn die Akademie für fünf Jahre zum Direktor des Musée Marmottan Monet in Paris. Er radiert weiter, etwa Atelier, villa du Lavoir (2019) und L’Atelier Georges Leblanc (2020).
Als Druckgrafiker arbeitet Desmazières im Tiefdruck: Radierung für die Linie, Aquatinta und Roulette für die Tonwerte, gelegentlich Kaltnadel oder Chine appliqué. Gedruckt wurden die meisten Platten 1978 bis 2018 von René Tazé. Das Werkverzeichnis erscheint bei der Fitch-Febvrel Gallery (New York) in Bänden: Etchings 1972–1981 (1982), Etchings 1982–1991 (1992), Etchings 1991–2001 (2002, Vorwort Maxime Préaud) und Prints 2001–2011 (2011). Museen zitieren es als „FF“ mit Nummer: Die zehn Babel-Blätter im Cleveland Museum of Art tragen FF 157–166, eine Amsterdamer Ansicht von 2004 FF 189. Blätter befinden sich unter anderem in der BnF, im Rijksmuseum, im Metropolitan Museum of Art und im British Museum.
Auflage. Die Auflagen sind klein, meist 60 bis 150 Exemplare, bei neueren Platten auch nur 30 oder 40. Mehr dazu unter Der Druck.
Signatur. Die Abzüge sind mit Bleistift signiert, oft betitelt und datiert: siehe Die Unterschrift.
Werkverzeichnis. Die FF-Nummer erfragen und das Plattenmaß vergleichen; Platten nach 2011 sind in den vier Bänden noch nicht enthalten.
Druckqualität. Entscheidend sind satte Aquatinta-Schwärzen und eine scharfe, nicht ausgedruckte Linie bis in die Fernen.
Papier und Ränder. Auf vollständige Ränder achten. Manche Motive gibt es mit und ohne Rand – das ist nicht dasselbe wie ein beschnittenes Blatt.
Buchillustrationen. Blätter aus Vorzugsausgaben (Borges, Melville, Kleist) kommen auch einzeln in den Handel; die Beschreibung sollte das angeben.
Fallen. Katalogabbildungen, gedruckte Karten und Plakate sind keine Originalradierungen. Unsere Garantien finden Sie unter Authentizität, Hinweise zur Präsentation unter Rahmen.
Die Galerie wählt Desmazières’ Radierungen neben Werken anderer Meister des Tiefdrucks aus: Johnny Friedlaender, Yozo Hamaguchi, Shoichi Hasegawa, Jacques Villon und Odilon Redon. Entdecken Sie auch zeitgenössische Kunst, unsere Radierungen und Lithographien und illustrierte Bücher.
Paul Tanner (Hrsg.), Réflexions sur l’espace et le temps. Druckgraphik von Érik Desmazières, Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2015 · Les Lieux imaginaires d’Érik Desmazières, Musée Jenisch, Vevey, 2007 · Érik Desmazières: Etchings 1972–1981 / 1982–1991 / 1991–2001 / Prints 2001–2011, Fitch-Febvrel Gallery, 1982–2011 · Dans l’atelier, 5 Continents, 2019 · Fitch-Febvrel Gallery – Érik Desmazières · BnF – Chroniques 64 · Académie des beaux-arts – Musée Marmottan Monet · Cleveland Museum of Art – The Library of Babel
Sichere Zahlung
3DSecure 2.2
Kostenloser DHL Express-Versand ab 1200 €
Sorgfältig vorbereitetes Paket
Verfolgung des Pakets
Versand versichert
für den Wert des Kunstwerks, einschließlich Deckung gegen Diebstahl und Beschädigungen
Die fairsten Preise
Zertifikat der Echtheit
Zwei Galerien in Paris
Erhalten Sie eine E-Mail, sobald ein neues Werk dieses Künstlers hinzugefügt wird
Ihre Anfrage wurde gesendet! Wir werden Ihnen so schnell wie möglich antworten.
Sie möchten den Verkaufspreis erfahren, weitere Bilder erhalten oder Einzelheiten über das Kunstwerk erfahren.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten dann eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen Ihres Passworts.
Sie können jetzt Bestellungen aufgeben und Ihre Bestellungen verfolgen.
Um Ihre Wunschliste zu speichern, können Sie sich anmelden oder ein Konto erstellen :
Es handelt sich um eine 100% maßgefertigte Rahmung, die sorgfältig von einem professionellen Rahmenmacher gefertigt wird. Die Ausführungen sind in heller Eiche, weißem Holz oder schwarzem Holz erhältlich, mit oder ohne Passepartout und Plexiglas. Die Lieferzeiten können je nach Bestellung variieren, mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Tagen.
Diese Option wird Ihnen im Warenkorb-Schritt angeboten.