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Gérard SCHNEIDER

(1896-1986)

Neu
Abstrakte Komposition II (Farblithographie) -  Gérard  SCHNEIDER

SCHNEIDER Gérard

Abstrakte Komposition II, 1976

Farblithographie LCD8438

450.00€

Ohne Titel (Siebdruck) -  Gérard  SCHNEIDER

SCHNEIDER Gérard

Ohne Titel

Siebdruck LCD7244

500.00€

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La peau des choses (Farblithographie) -  Gérard  SCHNEIDER

SCHNEIDER Gérard

La peau des choses, 1968

Farblithographie LCD6136

850.00€

1

Gérard Schneider, 1961 — photographie Paolo Monti / Fondo Paolo Monti, BEIC — CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Gérard SCHNEIDER

Biographie

Gérard Schneider – Biografie, Lithografien und Originalgrafik

Gérard Schneider, geboren am 28. April 1896 in Sainte-Croix im Kanton Waadt, gestorben am 8. Juli 1986 in Paris, zählt zu den Begründern der Lyrischen Abstraktion und zu den prägenden Malern der Nouvelle École de Paris. Der gebürtige Schweizer lebte seit 1916 in Paris und wurde 1948 französischer Staatsbürger. Im deutschsprachigen Raum war er früh präsent: auf der documenta in Kassel 1955 und 1959, in Köln, München, Düsseldorf und St. Gallen. Neben seinen gestischen Gemälden schuf er ein kleineres, aber aufschlussreiches druckgrafisches Werk aus Originallithografien, Aquatinten, Siebdrucken und illustrierten Büchern.

Die Galerie Le Coin des Arts bietet derzeit zwei Blätter von Schneider an: einen Siebdruck Sans titre (Ohne Titel) und die Lithografie La Peau des choses (1968), mit Bleistift signiert und aus einer Auflage von 114 Exemplaren nummeriert, aus der gleichnamigen Mappe des Pariser Verlegers Jean-Robert Arnaud. Wie alle unsere Werke wurden sie nach Druckqualität, Auflage, Provenienz und Erhaltung ausgewählt. Über neue Eingänge informiert die Schaltfläche „Künstler folgen“ auf dieser Seite.

Neuchâtel, Paris und die Akademie (1896-1935)

Schneider wuchs in Neuchâtel auf, wo sein Vater als Kunstschreiner und Antiquitätenhändler arbeitete. 1916 ging er zwanzigjährig nach Paris an die École nationale des arts décoratifs; 1918 wechselte er an die École des beaux-arts in das Atelier von Fernand Cormon, bei dem einst Van Gogh und Toulouse-Lautrec studiert hatten. 1920 stellte er erstmals allein in Neuchâtel aus, 1922 ließ er sich endgültig in Paris nieder. 1926 debütierte er im Salon d’Automne, wo sein Bild L’Allée hippique Beachtung fand. Diese klassische Ausbildung erklärt die handwerkliche Sicherheit, die auch seine freiesten späteren Kompositionen trägt.

Vom Surrealismus zur gegenstandslosen Malerei (1936-1945)

Mitte der 1930er-Jahre gab Schneider das Malen nach der Natur auf, verdunkelte seine Palette, schrieb Gedichte und bewegte sich im Umfeld der Surrealisten um Paul Éluard, Georges Hugnet, Óscar Domínguez und Luis Fernández; auch die Abstraktion Kandinskys wurde für ihn wichtig. Von 1936 bis 1945 stellte er im Salon des Surindépendants aus; ab 1938 hießen seine Bilder nur noch Composition. 1939 lernte er Picasso kennen, von 1941 bis 1943 folgte er der Lehre von G. I. Gurdjieff. Um 1944 hatte er jeden Bezug zur sichtbaren Welt aufgegeben. Eine Composition aus diesem Jahr befindet sich heute im Centre Pompidou.

Lyrische Abstraktion in Paris (1946-1954)

1946 nahm Schneider an der Ausstellung Peintures abstraites der Galerie Denise René teil und steuerte eine Lithografie zur Mappe Art abstrait bei, eingeleitet vom Kritiker Charles Estienne, gemeinsam mit Hans Hartung, Serge Poliakoff, César Domela und Marie Raymond. Die Galerie Lydia Conti widmete ihm 1947, 1948 und 1950 Einzelausstellungen und zeigte ihn 1949 zusammen mit Hartung und Pierre Soulages. 1948, im Jahr seiner Einbürgerung, war er erstmals auf der Biennale von Venedig vertreten (erneut 1954 und 1966, dann mit einem eigenen Saal im französischen Pavillon), ferner auf der Biennale von São Paulo 1951, 1953 und 1961.

Schneider im deutschsprachigen Raum

Schon 1948/49 war Schneider in der Wanderausstellung französischer abstrakter Malerei zu sehen, die durch Stuttgart, München, Düsseldorf, Hannover, Hamburg, Frankfurt und Freiburg reiste. 1952 folgten Einzelausstellungen bei Otto Stangl in München und im Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld. Die Kölner Galerie Der Spiegel stellte ihn 1952, 1953, 1955, 1957 und noch 1981 aus. Auf der documenta in Kassel war er 1955 und 1959 vertreten; 1962 zeigte der Kunstverein in Düsseldorf eine Retrospektive, die anschließend nach Brüssel ging. In der Schweiz stellte ihn die Galerie im Erker in St. Gallen 1961 und 1963 aus; 1983 widmete ihm seine Heimatstadt Neuchâtel eine Retrospektive, 1985 war er auf der Kunstmesse in Basel vertreten, und 2011 zeigte das Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel die Ausstellung Grands gestes pour un grand monde. Werke befinden sich im Museum Ludwig und im Wallraf-Richartz-Museum in Köln, im Kunsthaus Zürich und in der Fondation Gandur pour l’Art in Genf.

Internationale Laufbahn und Spätwerk (1955-1986)

Ab 1955 stand Schneider bei der Kootz Gallery in New York unter Vertrag, die ihn von 1956 bis 1961 ausstellte; das Museum of Modern Art besitzt mehrere seiner Grafiken. In Paris stellte er regelmäßig in der Galerie Arnaud aus, in Mailand ab 1960 bei Bruno Lorenzelli. 1970 zeigte die Galleria Civica d’Arte Moderna in Turin rund hundert seiner Gemälde. 1974 erschien sein Gedichtband Mots au vol mit einem Vorwort von Eugène Ionesco. Schneider starb 1986 neunzigjährig in Paris. Ausstellungen wie L’Envolée lyrique im Musée du Luxembourg (2006) und die Retrospektive in Orléans (2013) haben ihn wieder ins Bewusstsein gerückt; ein Werkverzeichnis der Gemälde ist in Vorbereitung.

Das druckgrafische Werk

Schneiders bevorzugtes Medium war die Lithografie, die die Breite seines Pinselstrichs gut wiedergibt. Die Mappe Art abstrait (Opéra, Paris, 1946) mit zwölf Lithografien wurde bei Desjobert in 100 nummerierten Exemplaren gedruckt. 1948 illustrierte er Langage, Gedichte von Robert Ganzo, mit zwölf Farblithografien (Verlag Lydia Conti). Für den deutschen Markt besonders interessant ist der Katalog seiner Ausstellung bei Der Spiegel in Köln 1957 (Reihe „Geh durch den Spiegel“): Er enthält eine bei Mourlot in Paris gedruckte Originallithografie, Gedichte Schneiders und eine ins Deutsche übersetzte Einführung von Marcel Brion, Auflage 150. Im Tiefdruck entstand unter anderem die Aquatinta Abstraction (1953, Auflage 100, MoMA). 1968 gab Jean-Robert Arnaud die Mappe La Peau des choses heraus: zehn Radierungen, Siebdrucke und Lithografien von Schneider, Hartung, Soulages, Zao Wou-Ki, Victor Vasarely, César, Émile Gilioli, James Guitet, John-Franklin Koenig und Huguette-Arthur Bertrand, mit Gedichten von Michel Ragon, Auflage 114.

Ein Werkverzeichnis der Druckgrafik ist unseres Wissens nicht erschienen. Ein Blatt wird daher über Titel, Datum, Technik, Verleger und die Mappe, das Buch oder den Katalog bestimmt, aus dem es stammt. Vorsicht bei angeblichen Werkverzeichnisnummern ohne Autor und Titel.

Eine Originalgrafik von Gérard Schneider kaufen

Auflage und Nummerierung. Die Auflagen sind klein: 100 für Art abstrait, 114 für La Peau des choses. Die Bleistiftnummer (etwa 103/114) muss zur bekannten Auflage passen. Mehr unter Druck und Auflage.

Signatur. Auflagendrucke sind mit Bleistift „Schneider“ signiert; eine im Stein mitgedruckte Signatur ersetzt keine eigenhändige. Siehe die Unterschrift.

Katalog- und Buchblätter. Die Lithografie aus dem Spiegel-Katalog von 1957 ist echt, aber nur im Stein signiert und in der Mitte gefaltet; Blätter aus Langage oder Art abstrait sind nicht einzeln signiert. Das muss sich im Preis spiegeln.

Plakate und Reproduktionen. Ausstellungsplakate und Offsetdrucke „nach Schneider“ sind keine Originalgrafik, auch wenn sie signiert sind; siehe Was ist ein Originaldruck?

Papier, Ränder und Zustand. Achten Sie auf volle Ränder, keine Knicke und keine Vergilbung. Leuchtende Farben bleichen im Licht aus; eine Rahmung mit UV-Schutzglas ist ratsam.

Provenienz. Ohne Werkverzeichnis helfen alte Rechnungen, die originale Mappe oder das vollständige Buch bei der Zuordnung. Unsere Garantien finden Sie auf der Seite Authentizität.

Die Galerie wählt auch Grafiken seiner Weggefährten der Pariser Abstraktion aus: Hans Hartung, Pierre Soulages, Georges Mathieu, Serge Poliakoff und, aus Deutschland, Ernst Wilhelm Nay. Entdecken Sie die Schule von Paris und Lyrische Abstraktion sowie unsere Radierungen und Lithografien.

Quellen und Literatur

Gérard Schneider, Mots au vol, Vorwort von Eugène Ionesco, 1974 · Gérard Schneider, Ausstellungskatalog, Galerie Der Spiegel, Köln, 1957 · Perrotin – Gérard Schneider · Galerie Diane de Polignac – Biografie · Galerie Applicat-Prazan – Gérard Schneider · MoMA – Art abstrait, 1946 · Store norske leksikon – Gérard Schneider

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